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„Die Partei“ : Martin Sonneborn will die EU melken

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Bei der Europawahl am Sonntag zählten vor allem die kleinen Parteien wegen der gekippten Drei-Prozent-Hürde zu den Gewinnern. Dabei freute sich vor allem ein Satiriker über die Ergebnisse.

shz.de von
erstellt am 26.Mai.2014 | 14:11 Uhr

Berlin/ Brüssel/ | Als die Ergebnisse der Europawahl am Sonntagabend eintrudelten, fühlten sich viele Parteien als Sieger des Abends. Die wirklichen Gewinner dieser EU-Wahl waren aber schon im Voraus die kleinen Parteien. Da die Drei-Prozent-Hürde im Februar vom Bundesverfassungsgericht gekippt worden war, mussten die kleinen Parteien nur hoffen, dass nicht allzu viele Menschen wählen gehen würden. So würden ihre Stimmen nämlich einen größeren Teil des Gesamtergebnisses ausmachen und das reichte in den meisten Fällen zumindest für ein Mandat.

So kommen in den nächsten fünf Jahren einige neue Abgeordnete nach Brüssel. Darunter auch der ehemalige Chefredakteur des Satire-Magazins „Titanic“ Martin Sonneborn, der mit seiner Spaßtruppe „die Partei“ seit gestern Abend im europäischen Parlament vertreten ist. 184.525 Stimmen reichten dafür aus. Parteichef Sonneborn kommentierte es auf Twitter gewohnt zurückhaltend:

Andere Nutzer gingen sogar noch ein bisschen weiter:

Sonneborn selbst kündigte aber bereits an, sein Mandat nach nur einem Monat wieder aufgeben zu wollen. Der Deutschen Presseagentur sagte er: „Wir werden versuchen, monatlich zurückzutreten, um 60 Parteimitglieder durchzuschleusen durch das EU-Parlament. Das heißt, dass jedes dieser Mitglieder einmal für 33.000 Euro im Monat sich Brüssel anschauen kann und dann zurücktritt und noch sechs Monate lang Übergangsgelder bezieht. Wir melken also die EU wie ein kleiner südeuropäischer Staat.“ Besonders freute sich der Parteichef aber noch über das Ergebnis bei der zuvor in Deutschland durchgeführten Jugendwahl:

Sicherlich waren auch die Werbeplakate der Partei für diesen Erfolg mitverantwortlich. In den sozialen Netzwerken wurden sie wie wild geteilt und hatten dadurch eine erhöhte Reichweite. Hier einige Beispiele:

Hinzu kommen immer wieder hilfreiche Mini-Skandale, die „die Partei“ nur allzu gerne selbst provoziert. Zur Bundestagswahl 2013 produzierte das Team um Sonneborn einen kurzen verpixelten Porno-Werbespot und vor dieser Europawahl verweigerten WDR und SWR wieder die Ausstrahlung eines Radio-Spots der Partei. Dass es deshalb einige Internet-Nutzer gibt, denen diese Spaß-Partei nicht gefällt, überrascht nicht unbedingt:

Sonneborn und seine Parteifreunde haben es dennoch geschafft und stoßen sogar im Norden auf Unterstützung aus der Politik. Der EU-Abgeordnete der Grünen für Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen Jan-Philipp Albrecht freut sich zumindest schon auf seinen neuen Kollegen.

Mit dpa

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