zur Navigation springen

Front National : Marine Le Pen tritt als Parteichefin vorübergehend zurück

vom

Die rechtsextreme Präsidentschaftskandidatin will sich voll auf den Wahlkampf fixieren. Ihr Kontrahent gilt als Favorit.

Paris | Die französische Rechtspopulistin Marine Le Pen hat vorübergehend den Vorsitz des rechtsextremen Front National (FN) niedergelegt, um sich auf ihre Präsidentschaftskandidatur zu konzentrieren. „Heute abend bin ich nicht mehr Präsidentin des FN, ich bin Präsidentschaftskandidatin“, sagte die 48-Jährige am Montagabend im TV-Sender France 2.

Nach der ersten Runde der Präsidentschaftswahl in Frankreich wollen die unterlegenen Sozialisten und Konservativen dem linksliberalen Favoriten Emmanuel Macron den Weg ins höchste Staatsamt ebnen. Ziel ist es, die Rechtspopulistin Marine Le Pen unter allen Umständen zu stoppen. Sie will mit dem Ruhen ihres Parteiamtes auch zeigen, dass sie „alle Franzosen zusammenbringt“ und  „über den Parteiinteressen“ stehe.

Der scheidende Präsident François Hollande rief am Montag in Paris zur nationalen Einheit auf, um die rechtsextreme Gefahr zu bannen. „Ich werde Macron wählen“, sagte der Sozialist. Die Spitze der konservativen Republikaner gab zwar keine direkte Empfehlung für Macron ab, rief aber ihre Anhänger auf, Le Pen eine Niederlage zuzufügen.

Sie wolle die Franzosen sammeln für ein „Programm der Hoffnung, des Wohlstands, der Sicherheit“, sagte Le Pen. Sie hatte am Sonntag in der ersten Runde der Präsidentenwahl 21,4 Prozent der Stimmen gewonnen und damit Platz zwei hinter dem sozialliberalen Bewerber Emmanuel Macron erreicht. Die entscheidende Stichwahl findet am 7. Mai statt. Macron gilt das Favorit für das Finale.

Der Wahlkampf für das Präsidentschaftsduell ist bereits im vollen Gange. Das Kampagnenchef von Le Pen warf Macron vor, er gehöre zum alten System und wolle zu wenig gegen den Terror, die entfesselte Globalisierung und die Einwanderung tun. Macrons Sprecher sagte, Le Pen habe sich in der Wirtschafts- und Steuerpolitik „wie eine Weihnachtsfrau“ verhalten. „Sie hat die Steuergeschenke vervielfacht.“ Das sei unverantwortlich.

„Ich erkenne sehr deutlich, dass man sich dem entscheidenden Augenblick nähert“, sagte Le Pen, die die EU bekämpft und aus dem Euro aussteigen will. Sie griff ihren Kontrahenten Macron direkt an: „Weder bei dem Programm noch beim Verhalten von Herrn Macron lässt sich die geringste Liebe für Frankreich erkennen (...)“, sagte sie. Le Pen vertritt eine nationalistische Linie und will beispielsweise wieder die französischen Grenzen kontrollieren.

zur Startseite

von
erstellt am 25.Apr.2017 | 08:05 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen