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Stichwahl in Frankreich : Marine Le Pen gegen Emmanuel Macron: So unterscheiden sich die Kandidaten

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Sie ist gegen Europa und folgt ihrem Vater. Er ist pro Europa und gründete seine eigene Partei. shz.de mit fünf Fakten.

Paris | Marine Le Pen ist eine der bekanntesten Figuren des Rechtspopulismus in Europa. Ein Sieg der 48-Jährigen in der Stichwahl am 7. Mai käme einem politischen Erdbeben in der Europäischen Union gleich. Der 39-jährige Emmanuel Macron geht als Favorit in die Stichwahl. Manche nennen den Politjungstar den „französischen Kennedy“. Fünf Fakten über die beiden Kandidaten.

Partei

Die Partei von Marine Le Pen, die Front National (FN), begann 1972 als rechtsextreme Splittergruppe, inzwischen ist sie eine feste Größe in Frankreich.

Hinter Macron steht die von ihm 2016 gegründete politische Bewegung „En Marche!“ (In Bewegung). Einen klassischen Parteiapparat hat er bis heute nicht. Er führte sein Wahlkampfteam wie ein Start-up-Unternehmen.

Werdegang

Le Pen ist die jüngste Tochter des FN-Gründers Jean-Marie Le Pen. Die Juristin arbeitete als Anwältin und leitete später die Rechtsabteilung der FN. 2011 löste sie ihren Vater an der Parteispitze ab. Sie ist seit 2004 Abgeordnete im Europaparlament. Bei der Präsidentenwahl 2012 kam sie mit 17,9 Prozent auf Platz drei.

Der Arztsohn Macron war bis 2012 gut bezahlter Investmentbanker bei Rothschild & Cie.. Dann holte ihn Präsident François Hollande als Berater in den Élyséepalast. Von 2014 bis 2016 war er Wirtschaftsminister, stieg nach Zerwürfnissen etwa mit Premier Manuel Valls aber aus der Regierung aus.

 

Linie

Le Pen hat ihrer Partei ein gemäßigteres Auftreten verordnet und offenen Rassismus zurückgedrängt. Doch sie vertritt weiter radikale Positionen etwa gegen Einwanderung, und sie will das Asylrecht ändern. Inländer sollen auf dem Arbeitsmarkt bevorzugt werden. Sie will außerdem das Rentenalter auf 60 senken.

Macron ist unkonventionell, er will „weder rechts noch links“ sein. Er gilt als Mitte-Links-Politiker, seine Ausrichtung ist sozialliberal. Er wurde noch nie in ein Amt gewählt. Er will Staatsausgaben kürzen und 120.000 Beamtenstellen streichen. Am aktuellen Flüchtlingskurs will er festhalten.

Haltung zu Europa

Die EU ist ein Lieblings-Feindbild Le Pens, sie präsentiert die Staatengemeinschaft als Wurzel zentraler Probleme Frankreichs. Sie will raus aus dem Euro, und sie will ein Referendum über die EU-Mitgliedschaft abhalten.

Macron tritt für Europa und damit auch für eine enge Partnerschaft mit Deutschland ein. „Ich habe Europa im Herzen“, lautet sein Motto. Das machte ihn zum prominentesten Widersacher der europafeindlichen Rechtspopulistin Marine Le Pen. Er will die Eurozone reformieren.

Privates

Le Pen hat drei Kinder. Zwei Ehen gingen auseinander, inzwischen ist sie mit dem FN-Europaabgeordneten Louis Aliot liiert. Ihre Nichte Marion Maréchal-Le Pen ist Abgeordnete der Nationalversammlung.

Verheiratet ist Emmanuel Macron seit 2007 mit Brigitte Macron (64). Er kennt sie seit seiner Schulzeit, sie war damals seine Französischlehrerin. Sie hat drei Kinder aus erster Ehe, zwei davon älter als Macron. Das ungewöhnliche Paar könnte Glamour in den Élyséepalast bringen.

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erstellt am 24.Apr.2017 | 12:38 Uhr

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