zur Navigation springen

Kommentar : „Mandalay-Bay“-Massaker wird an Waffenmentalität nichts ändern

vom

Die tödlichste Schießerei in der Geschichte der USA treibt die Waffenverkäufe an – und wird nicht die letzte sein.

shz.de von
erstellt am 02.Okt.2017 | 18:01 Uhr

Las Vegas | Ein anderer Ort, dieselbe traurige Geschichte. Wieder kommen Dutzende Menschen bei einem Massaker ums Leben. Diesmal in Las Vegas bei einem Country-Festival. Mit mindestens 58 Toten und mehr als 500 Verletzten geht das „Mandalay-Bay“-Massaker als die Schießerei mit den meisten Opfern in die Geschichte der USA ein. 

An den laxen Waffengesetzen der USA wird sich leider auch diesmal nichts ändern. Im Gegenteil. Die Waffenlobby NRA hat mit Donald Trump nun sogar jemanden im Weißen Haus sitzen, der das offene Tragen von Waffen wie in Nevada überall in den USA erlauben möchte. 

Dabei findet sich Trump im Einklang mit der überwältigenden Zahl seiner Wähler, für die der zweite Verfassungszusatz heilig ist. Wer sich davon überzeugen möchte, braucht in den Tagen nach Massenschiessereien wie diesen nur einen Waffenladen zu besuchen. Massaker heizen den Verkauf von Schießeisen an und treiben den Aktienkurs der Hersteller nach oben.

 

Ein republikanisch dominierter Kongress, der es nicht einmal nach dem Blutbad an Grundschülern von Sandy Hook schaffte, lückenlose Personenüberprüfungen vor dem Verkauf von Waffen oder den Zugang zu Kriegsgerät durchzusetzen, wird auch diesmal nichts tun. Die Abgeordneten reflektieren die Obsession eines erheblichen Teils der amerikanischen Gesellschaft mit ihren Schießeisen. In den USA gibt es mehr Waffen in Privatbesitz als Einwohner.

Genauso wenig werden der Präsident und seine Partei etwas tun, das andere ungelöste Problem anzugehen: Die fehlende Hilfe für Millionen Menschen mit mentalen Erkrankungen. Fast immer ist es diese Kombination aus psychischen Problemen und einfachem Zugang zu automatischen Kriegswaffen, die zu Katastrophen wie dem „Mandaly-Bay“-Massaker führen.

Wer das, wie der Büttel der Waffenlobby im Oval Office, nicht sehen will, kann nur das „Böse“ beschwören und Gebete anzubieten. Eine Scheinheiligkeit, die für die Angehörigen und Opfer wie Hohn klingen muss.   

Die 273. Schießerei mit mindestens drei Toten des Jahres 2017 mag vielleicht die tödlichste in der Geschichte der USA sein. Aber es wird nicht die letzte bleiben. So lange sich nicht grundsätzlich etwas an der Einstellung der Amerikaner ändert, sind dem Horror keine Grenzen gesetzt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen