Nach Geiselnahme in Frankreich : Macron verspricht nach Terrorattacke „absolute Entschlossenheit“

Staatspräsident Emmanuel Macron sieht die Terrorgefahr vor allem aus Frankreich selbst kommend.

Staatspräsident Emmanuel Macron sieht die Terrorgefahr vor allem aus Frankreich selbst kommend.

In Südfrankreich schlägt ein mutmaßlicher Terrorist zu. Nun suchen die Behörden nach möglichen Unterstützern des Täters.

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24. März 2018, 09:58 Uhr

Carcassonne | Nach dem mutmaßlichen islamistischen Terroranschlag in Südfrankreich untersuchen die Ermittler die Hintergründe. Es soll insbesondere aufgeklärt werden, ob der 25-jährige Angreifer Mitwisser oder Unterstützer hatte. Auch die Herkunft seiner Waffe solle untersucht werden, sagte Anti-Terror-Staatsanwalt François Molins am Freitagabend. Eine Frau aus dem Umfeld des Täters wurde in Polizeigewahrsam genommen.

Frankreich war in den vergangenen Jahren mehrfach Ziel islamistischer Anschläge. Vor allem die schweren Attacken von Paris 2015 und Nizza 2016 hatten das Land schwer erschüttert – der neue Vorfall weckte auch Erinnerungen an die Geiselnahme in einem jüdischen Supermarkt in Paris vor gut drei Jahren.

Radouane L. hatte am Freitag bei mehreren Attacken in der Region Carcassonne insgesamt drei Menschen erschossen, 16 weitere wurden verletzt. Zudem nahm er Geiseln in einem Supermarkt. Der Polizist Arnaud Beltrame ließ sich freiwillig gegen Geiseln eintauschen. Er starb in der Nacht zum Samstag an seinen Verletzungen durch den Geisnehmer. Nach stundenlangem Drama erschossen Spezialkräfte der Polizei den Angreifer, der sich als „Soldat“ der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bezeichnet hatte. Der IS hatte die Attacken anschließend für sich reklamiert.

Macron spricht von „islamistischem Terroranschlag“

„Unser Land hat einen islamistischen Terroranschlag erlitten“, sagte Staatspräsident Emmanuel Macron am Abend in Paris. Er versprach den Franzosen seine „absolute Entschlossenheit“ für den Kampf gegen den Terrorismus.

Polizisten sichern die Straßen in dem kleinen Ort Trèbes nahe Carcassonne ab.
dpa
Polizisten sichern die Straßen in dem kleinen Ort Trèbes nahe Carcassonne ab.
 

Der Angreifer hatte Vorstrafen wegen kleinerer Delikte, auch eine kurze Haftstrafe saß er ab. Die Behörden hatten ihn aber auch seit Jahren wegen möglicher Radikalisierung in einer Datenbank erfasst. 2016 und 2017 wurde er deshalb sogar überprüft – wobei nicht bekannt ist, in welcher Form. Molins sagte aber, dabei hätten sich keine Anzeichen ergeben, die hätten vermuten lassen, dass der Mann zu einer Terror-Tat schreiten könnte.

Vor der Supermarkt-Attacke hatte der Mann einige Kilometer entfernt in Carcassonne bereits einen Menschen getötet und einen weiteren schwer verletzt, als er deren Auto in seine Gewalt brachte. Anschließend schoss er auf Bereitschaftspolizisten, die gerade vom Joggen in ihre Kaserne zurückkamen, und verletzte einen von ihnen an der Schulter.

Macron: Terroristische Gefahr vor allem von Innen

In den vergangenen Monaten war es nach den vorangegangenen Terroranschlägen in Frankreich ruhig geblieben, auch wenn die Behörden regelmäßig vor einer anhaltend hohen Gefahr warnen. Zuletzt hatte im Oktober ein Angreifer in Marseille zwei Frauen erstochen, auch dabei hatte der IS die Tat für sich reklamiert. Innenminister Collomb hatte Ende Februar berichtet, dass seit Jahrestag zwei Anschläge auf eine Sportstätte und auf Militärkräfte vereitelt worden seien.

Staatsanwalt Molins und Präsident Macron sagten, die terroristische Bedrohung komme inzwischen vor allem von innen. „Das heißt, dass Sie viele Personen haben, die sich selbst radikalisiert haben“, sagte Macron beim EU-Gipfel in Brüssel vor Journalisten. Frankreich sei aber nicht mehr in einer Situation wie vor zwei oder drei Jahren, wo Anschläge in Frankreich vom irakisch-syrischen Kriegsgebiet aus gesteuert worden seien. Die Pariser Terroranschläge vom 13. November 2015 waren nach Darstellung der Ermittler von dort aus gelenkt worden.

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