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Nach Anschlag in Berlin : Lutz Bachmann und der BMI: Was man so alles unter dem Hashtag #tunesier findet

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Bachmann will es vor allen anderen gewusst haben und das Ministerium rudert zurück. Eine Sammlung zum Hashtag #tunesier.

shz.de von
erstellt am 22.Dez.2016 | 15:53 Uhr

Nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Berlin sind viele Fragen offen. In unserem Liveblog halten wir Sie auf dem aktuellen Stand. Im Internet tummeln sich unter dem Hashtag #tunesier Verschwörungstheoretiker, Politiker, Besserwisser, aber auch viele, die ihre Anteilnahme ausdrücken oder Zweifel an der bisherigen Version des Anschlags anmelden.

Tweets von dem Pegida-Gründer Lutz Bachmann und vom BMI sorgten dabei für besonders viel Wirbel.

Bachmann twitterte nur zwei Stunden nach dem Anschlag am Montag, dass nach einem Tunesier gesucht werde. Die Info will er aus Ermittlerkreisen von einem Whistleblower erhalten haben. Die Behörden fahnden offiziell erst seit Mittwoch nach dem Tatverdächtigen Anis Amri aus Tunesien. 

Am Donnerstag äußerte sich die Berliner Polizei. Sie hat definitiv ausgeschlossen, „dass am 19. Dezember Informationen über eine tunesische Staatsangehörigkeit“ des Tatverdächtigen für den Berliner Anschlag vorlagen.

Foto: Screenshot Twitter
 

Der Berliner Polizeisprecher Winfrid Wenzel sagte: „Wir können mit hundertprozentiger Sicherheit sagen, dass es am Montag keinen Anhaltspunkt für den tunesischen Verdächtigen gab.“ Die Geldbörse, die auf die Spur des tunesischen Terrorverdächtigen Anis Amri geführt habe, sei erst am Tag nach dem Anschlag entdeckt worden. Denn: Die Fahrerkabine des Lastwagens, wo Ermittler die Hinweise auf Amri entdeckt hatten, sei erst nach der Bergung am Dienstag untersucht worden.

Am Mittwoch hatte Bachmann noch einmal nachgelegt.

Foto: Screenshot Twitter

Bachmanns Tweet ist Wasser auf die Mühlen von Verschwörungstheoretikern.

Foto: Screenshot Twitter
 

Im Moment lässt sich nicht sagen, ob Bachmann wirklich eine interne Quelle bei der Berliner Polizei hat oder woher er wusste, dass demnächst nach einem Tunesier gefahndet werden würde.

Misteriös ist auch das Verhalten des Bundesministeriums des Innern (BMI). Sie twitterten unter dem Hashtag #tunesier ihren Fahndungsaufruf nach einem Tatverdächtigen. Auf Nachfrage vom MDR, ob nach einem Tunesier gefahndet werde, kam eine etwas kuriose Erklärung.

Foto: Screenshot Twitter
 

Das BMI löschte den Tweet und entschuldigte sich. Ob es wirklich nur Zufall war oder das Ministerium doch schon zu einem früheren Zeitpunkt als bisher angenommen von dem verdächtigen Amri wusste, ist ebenfalls offen.

Foto: Screenshot Twitter
 

Das Verhalten des BMI stößt auf Kritik und Unverständnis.

Foto: Screenshot Twitter
 

AfD-Politikerin Frauke Petry nutzt den Anschlag, um die Handlungsunfähigkeit der Regierung anzuprangern. Die Arbeit und die Glaubwürdigkeit der Regierung stehen bei vielen in der Kritik. Konsequenzen und eine andere Abschiebepraxis werden gefordert.

Foto: Screenshot Twitter
Foto: Screenshot Twitter
 
Foto: Screenshot Twitter
 

Die obligatorischen Selbstjustiz-Fantasien, die nach jedem Anschlag in den sozialen Medien hochkochen, fehlen auch dieses Mal nicht.

Foto: Screenshot Twitter
 

Und es wird noch extremer. Alle Menschen, die den Hashtag nutzen und als rassistisch empfinden sollen sterben, meint ein User.

Foto: Screenshot Twitter
 

Einige User begegnen dem traurigen Ereignis und der Diskussion mit Sarkasmus.

Foto: Screenshot Twitter
 

Besonnene Stimmen gibt es wenige. Ein User erinnert an die Unschuldsvermutung.  Durch den öffentlichen Fahndungsaufruf des Bundeskriminalamtes sieht er diese in Gefahr.

Foto: Screenshot Twitter

Neben Theorien, Spekulationen und Hass gibt es aber auch viele, die unter dem Hashtag an die Opfer und Angehörigen erinnern.

Foto: Screenshot Twitter
Foto: Screenshot Twitter
 
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