Mit Logo von Dynamo Dresden : Lutz Bachmann feiert sich und sein falsches „Pegida“-Auto

Das vermeintliche „Pegida“-Auto existiert nur digital.

Das vermeintliche „Pegida“-Auto existiert nur digital.

Auf einem „Pegida-Auto“ prangt das Logo von Dynamo Dresden. Das lässt der Verein nicht mit sich machen.

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16. Februar 2018, 17:29 Uhr

Dresden | Der „Pegida“-Initiator Lutz Bachmann hat mit dem Bild eines Autos eine merkwürdige Geschichte ins Rollen gebracht. Am Dienstag veröffentlichte er das Foto eines BMW Sportwagens in schwarz-rot-gelb mit „Pegida“-Aufdrucken bei Twitter und Facebook. Ein pikantes Detail brachte allerdings die Verantwortlichen der SG Dynamo Dresden auf die Palme. Bachmann hatte offenbar das Logo des Vereins aus der Zweiten Bundesliga auf den Kotflügel kleben lassen. Der Verein reagierte prompt und beauftragte einen Anwalt, der Bachmann die Verwendung des Logos untersagen sollte. Zusätzlich prüfe man eine Schadenersatzklage, hieß es von der SGD.

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In seinem Posting schrieb Bachmann: „Ab morgen geht's auf Tour durch Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Brandenburg...für standesgemäßen Transport ist gesorgt! Das Fußball-Logo hätte ich weggelassen, Fußball sollte IMMER POLITIKFREI bleiben! War aber nicht mein Entwurf.“

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Nur Stunden später postete Bachmann zwei weitere Male auf Twitter und auch bei Facebook. Beim ersten Mal teilte er seinen rund 24.700 Followern mit, das Logo am Auto werde gerade entfernt. Die Begründung: „[...] hatten es zu gut gemeint die Engländer! Politik hat im Fußball nichts zu suchen!“

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Noch etwas später postete er dann ein Foto mit einem Hinweis auf Sony Entertainment und Playstation. Das Auto hat es real also wohl so nie gegeben. Es wurde offenbar mit Hilfe einer Funktion im Videospiel „Grand Tourismo“ im „Pegida“-Stil designt. Die fingierte „Pegida-Auto-Geschichte“ war laut Aussage Bachmanns auf Facebook eine „Maulwurfjagd“, auf die vor allem „linke Spinner [...] angesprungen“ seien. 32 „Linksextremisten“ hätte man wegen der Aufforderung zu schweren Straftaten angezeigt und auch „ein paar Spalter aus den eigenen Reihen“ enttarnt. Tatsächlich finden sich Aufrufe im Netz, das Auto schnellstmöglich in Flammen aufgehen zu lassen.

In einem weiteren Facebook-Beitrag feiert sich Bachmann für seinen Coup weiter: „Man hält ein Stöckchen hin (natürlich vorher mit Anwalt geklärt)...
... und die mutmaßlich linksgrünfaschistisch verbandelten Mainstream-Medien (wenn auch auflagentechnisch eher nicht wirklich wichtig) fragen nicht OB, sondern eher WIE HOCH sie springen sollen...“

Dynamo Dresden jedenfalls reagierte umgehend – aus Gründen. An den „Pegida“-Aufmärschen beteiligten sich in der Vergangenheit auch Personen aus der Fan-Szene des Vereins. Der Zweitligist versucht seit Jahren sein rechtes Image abzulegen. In der Vergangenheit hatte Bachmann die SGD-Fans bereits einmal für seine Veranstaltungen gewinnen wollen. In einer Reaktion zeigte Dynamo damals ein Bild von einem Banner aus dem Fanblock mit der Aufschrift „Bachmann, halt's Maul!“ Dieses Foto wurde für die aktuelle Ankündigung, mit einem Anwalt gegen das Logo auf dem Auto vorzugehen, erneut verwendet. Ob echtes Auto oder Digital-Version dürfte Dynamo am Ende egal sein. Die Fotos sind im Netz und der Markenrechtsverstoß damit klar dokumentiert.

Womöglich ist Bachmann aber auch nur zurückgerudert, als die SGD mit dem Anwalt drohte. Bachmann lebt seit 2016 auf Teneriffa. In den 1990er Jahren beging er mehrfach Straftaten, unter anderem Körperverletzung, Einbruch, Diebstahl und Drogenhandel. 1998 wurde er vom Landgericht Dresden wegen Einbruchdiebstahls zu drei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt. 2009 veurteilte ihn das Landgericht Dresden zu zwei Jahren auf Bewährung wegen unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln. 2014 wurde er vom Amtsgericht Dresden zu einer Geldstrafe verurteilt, weil er ein Dreivierteljahr keinen Unterhalt für seinen Sohn gezahlt hatte.

2016 wurde er vom Amtsgericht Dresden der Volksverhetzung schuldig gesprochen und verurteilt. Er hatte in sozialen Netzwerken rassistische Postings abgesetzt. Darin nannte er Asylbewerber unter anderem „Dreckspack“ und „Viehzeug“.

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