Koalitionsausschuss : Löhne, Sicherheit, Rente: Die Ergebnisse des Koalitionsausschusses

<p>Volker Kauder (von links nach rechts), Gerda Hasselfeldt und Thomas Oppermann geben zu den Ergebnissen des Koalitionsausschusses vom Donnerstag ein Statement ab.</p>

Volker Kauder (von links nach rechts), Gerda Hasselfeldt und Thomas Oppermann geben zu den Ergebnissen des Koalitionsausschusses vom Donnerstag ein Statement ab.

Die Koalition bringt auch kurz vor dem Wahlkampf noch etwas zustande. Bei der Rente hakt es aber nach wie vor gewaltig.

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06. Oktober 2016, 20:12 Uhr

Berlin | Mehr Lohngerechtigkeit und härtere Strafen für Einbrecher: Die Koalition bringt auch kurz vor dem Bundestagswahlkampf noch etwas zustande. Bei der Rente hakt es allerdings nach wie vor gewaltig.

Gesetz für mehr Lohngerechtigkeit zwischen Männern und Frauen: Die Koalitionsspitzen vereinbarten am Donnerstag in Berlin, dass Unternehmen ab 200 Beschäftigten verpflichtet werden, Arbeitnehmern auf Nachfrage über ungleiche Bezahlung für gleiche Arbeit zu informieren. Unternehmen ab 500 Beschäftigten müssen auf gleiche Bezahlung hinarbeiten und darüber auch zu berichten. Die Vereinbarung zur Lohngerechtigkeit sei für 14 Millionen betroffene Arbeitnehmer „ein großer Schritt nach vorn“. Frauen würden derzeit immer noch teilweise erheblich bei der Lohngestaltung benachteiligt, sagte Thomas Oppermann (SPD).

Härtere Strafen für Einbrecher: Die Aufklärungsquoten seien mit 15 Prozent viel zu gering, sagte Unions-Fraktionschef Volker Kauder. Er kündigte zudem an, dass Rettungskräfte im Einsatz besser vor Attacken geschützt werden sollen. Details sollten Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU), Justizminister Heiko Maas (SPD) und zwei Länderinnenminister in den kommenden Tagen besprechen.

Abschaffung des Majestätsbeleidigungs-Paragrafen im Strafgesetzbuch: Die Abschaffung des umstrittenen Majestätsbeleidigungs-Paragrafen soll spätestens im Januar vom Kabinett beschlossen werden. Paragraf 103 war in die Schlagzeilen geraten, nachdem der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan auf Basis dieser Gesetzesregelung ein Strafverfahren gegen den ZDF-Moderator Jan Böhmermann wegen dessen „Schmähgedichts“ angestrengt hatte. Die Staatsanwaltschaft ermittelte unter anderem wegen Verdachts auf Beleidigung eines ausländischen Staatsoberhaupts gegen Böhmermann. Die Ermittlungen waren am Dienstag eingestellt worden. Der Paragraf stellt die Beleidigung von Organen und Vertretern ausländischer Staaten unter besondere Strafe.

Erhöhung des Kinderzuschlags für Geringverdiener: Der Kinderzuschlag für Geringverdiener soll zum Jahreswechsel um zehn auf bis zu 170 Euro im Monat steigen. Darauf verständigten sich Schäuble (CDU) und Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) vor dem Spitzentreffen der Koalition am Donnerstag. Zum 1. Juli 2016 war der Kinderzuschlag bereits um 20 Euro auf maximal 160 Euro monatlich gestiegen.

Rente: Bei der Angleichung der Renten in Ost und West und der neuen Lebensleistungsrente hakt es in der Koalition aber noch gewaltig. Die Anhebung der Ostrenten auf Westniveau bis 2020 soll allein in den ersten vier Jahren rund elf Milliarden Euro kosten - aus der Rentenkasse finanzieren will Sozialministerin Andrea Nahles (SPD) das aber auf keinen Fall. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) wehrt sich gegen eine Steuerfinanzierung. Am Spitzentreffen am Donnerstag hatte er wegen einer Dienstreise nicht teilnehmen können.In den nächsten drei Wochen soll eine Lösung gefunden werden.

Kandidaten für die Bundespräsidentenwahl: Anders als ursprünglich geplant wurde doch nicht über die Wahl im Februar gesprochen.

SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann wertete die Ergebnisse der Sitzung als Zeichen gegen Politikverdruss und Populismus. Man habe gezeigt, dass man ein Jahr vor der Bundestagswahl noch in der Lage ist, praktische Politik für die Menschen zu machen. „Wir wollen jetzt noch nicht Wahlkampf machen“, sagte er.

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