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Kommentar zum Flüssiggas : LNG-Terminal in Brunsbüttel: Es geht um unsere Sicherheit

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Bundesregierung wäre gut beraten, das Projekt weitaus stärker zu unterstützen, als dies bislang der Fall ist, meint Till H. Lorenz.

Auf diesen Paukenschlag haben Politik und Wirtschaft in Schleswig-Holstein seit Jahren gewartet. Der niederländische Konzern Gasunie will sein Flüssiggas-Terminal in Brunsbüttel bauen. Die Reichweite dieser Entscheidung kann gar nicht groß genug eingeschätzt werden. Schließlich soll damit in Brunsbüttel nicht nur irgendein weiteres, sondern das einzige, nationale Terminal der Bundesrepublik entstehen.

LNG gilt als Schiffstreibstoff der Zukunft. Vor allem aber soll das Terminal die Abhängigkeit Deutschlands von Gas-Lieferanten wie Russland reduzieren.

Welchen Nachholbedarf Deutschland beim Thema Flüssiggas (LNG) hat, zeigt ein Blick auf die Landkarte. So ziemlich alle westeuropäischen Länder mit Meerzugang unterhalten bereits LNG-Terminals. Nur das wirtschaftliche Schwergewicht in der Mitte von Europa hat es bislang nicht über Plan-Spiele hinausgebracht. Das könnte sich jetzt ändern. Nein, es muss sich sogar ändern. Dringend.

LNG hat einen großen Vorteil. Es ist nicht auf Pipelines angewiesen und kann von überall her angelandet werden. Daher geht es beim LNG-Terminal auch erst in zweiter Linie um regionale oder wirtschaftliche Belange. Sicherlich, der Chemcoastpark dürfte als Gas-Abnehmer profitieren, Schleswig-Holstein als Region insgesamt sowieso. Doch das sind eher nette Nebeneffekte.

Denn zunächst einmal geht es beim nationalen LNG-Terminal um knallharte nationale und sicherheitspolitische Interessen. Und so sollte das Projekt auch von der Politik angegangen werden. Schließlich geht es um nicht weniger als die Frage, wie Deutschland in Zukunft seine Energieversorgung sicherstellt, wie die Bundesrepublik unabhängiger wird von Ländern wie Russland. Mit einem LNG-Terminal in Schleswig-Holstein gibt es hier eine Lösung.

Daher wäre die Bundesregierung gut beraten, das Projekt weitaus stärker zu unterstützen, als dies bislang der Fall ist. Mit Geld. Nicht nur mit Worten. Die Zeit des Planens ist vorbei. Nun muss endlich auch etwas passieren. Die Verantwortlichen in Brunsbüttel haben ihre Hausaufgaben gemacht.

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erstellt am 04.Apr.2017 | 07:11 Uhr

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