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Landtagswahl 2017 : Liebing wird Albigs Herausforderer

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Fraktionschef Daniel Günther verzichtet und fordert Nominierung des CDU-Spitzenkandidaten noch in diesem Jahr.

Kiel | Der neue Fraktionschef der CDU im Landtag, Daniel Günther, will nicht Spitzenkandidat seiner Partei bei der Landtagswahl 2017 werden. Damit ist klar, dass der designierte neue Parteivorsitzende Ingbert Liebing auch Herausforderer von Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) wird. Liebing habe das Erstzugriffrecht, sagte Günther. „Die Frage ist auch zwischen ihm und mir geklärt. Das ist nicht meine Baustelle.“

Liebing sagte unserer Zeitung: „Daniel Günther hat in der Vergangenheit schon mehrfach mir gegenüber gesagt, dass ‚die Spitzenkandidatur nicht sein Spielfeld‘ ist.“ Und allgemein gelte der Grundsatz: „Eine Partei sollte sich keinen Landesvorsitzenden wählen, der sich das Amt des Ministerpräsidenten nicht zutraut. Und umgekehrt gilt, dass ein Parteivorsitzender nicht antreten sollte, wenn er sich nicht auch geeignet fühlt, Ministerpräsident zu werden.“ Liebing fügte mit einem Seitenhieb auf den Ministerpräsidenten hinzu: „In der CDU können es viele besser als Albig.“

Daniel Günther drückt jetzt aufs Tempo. Er plädiert für eine frühe Nominierung des Spitzenkandidaten am besten noch in diesem Jahr. „Sie muss jedenfalls deutlich vor unserer Nominierung der Direktkandidaten im Frühjahr 2016 erfolgen. “

Allerdings muss Liebing erst am 15. November auf dem Landesparteitag in Neumünster zum neuen Parteichef gewählt werden. Danach werde er sich mit dem neuen Landesvorstand zusammensetzen und auch über die Frage der Spitzenkandidatur beraten, sagte Liebing. „Dem will ich nicht vorgreifen.“ Einen genauen Fahrplan gebe es noch nicht.

Liebing hält es wie Günther für nicht sehr wahrscheinlich, dass die Regierung Albig bald zerbrechen könnte. „Macht hält zusammen“, sagt Günther dazu. Falls die Koalition aus SPD, Grünen und SSW aus welchen Gründen auch immer vor 2017 ende, sei die CDU aus dem Stand in der Lage, einen Kandidaten zu benennen, so Liebing. „Ich gebe Daniel Günther recht: Je schneller wir da fit werden, umso besser.“

Der designierte Parteivorsitzende und Spitzenkandidat will sich künftig noch mehr auf seine Arbeit in Schleswig-Holstein konzentrieren. „In den Sitzungswochen muss ich als Abgeordneter im Bundestag sein, aber in der sitzungsfreien Zeit werde ich sehr viel stärker im Land unterwegs sein.“

Günther bekräftigte, dass er Liebing für den richtigen Mann an der Parteispitze hält. Er werde sich als Landtagsfraktionschef mit Liebing abstimmen, wer die großen Linien der CDU-Politik bestimmt. „Das wird völlig unproblematisch laufen, Ingbert Liebing ist jederzeit in der Lage, sich zu allen politischen Fragen ins Spiel zu bringen.“

Liebing sei aufgrund seines politischen Werdegangs prädestiniert, die Union auch für städtische Wähler wieder attraktiver zu machen. Zudem sei er mit 51 Jahren in einem Alter, um die Partei über einen langen Zeitraum führen zu können. „Er ist jemand, der zusammenführen kann“, sagte Günther. Und wie sieht er seine Aufgabe? „Ich kümmere mich als Oppositionsführer darum, inhaltliche Alternativen zur Regierung aus SPD, Grünen und SSW zu entwickeln. Die Baustelle ist mir groß genug.“

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erstellt am 13.Okt.2014 | 08:24 Uhr

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