Liberales Farbenspiel

shz.de von
06. Januar 2015, 12:11 Uhr

Nun also ist die Katze aus dem Sack. Magenta ist das Stichwort. Was mancher für ein exotisches Gewürz hält, ist in Wirklichkeit eine feinere Bezeichnung für Pink und soll ab sofort die farblich ausgeblichene FDP aufpeppen. Man darf sich fragen, ob es besonders klug war, sich ausgerechnet aus dem Farbtopf der Telekom zu bedienen. Aber möglicherweise hat jemand die Kurve der T-Aktie mit den Wahlergebnissen der FDP verglichen und hat sich gesagt: Wer so viele Gemeinsamkeiten hat, der sollte voneinander lernen. Ganz nach dem Schillerschen Motto „Verbunden werden auch die Schwachen mächtig“. Vielleicht hat ja auch der Kino-Klassiker „Der rosarote Panther“ bei der Farbwahl eine Rolle gespielt. FDP-Chef Lindner wirkt zwar nicht ganz so komisch wie Peter Sellers, sein Stellvertreter Kubicki kommt dem skurrilen Inspektor Clouseau dagegen schon näher. Ob nun Magenta, Pink oder Rosa, so richtig knallen will die Farbe nicht. Sie vermittelt eher Zweideutiges, hat etwas von Jungmädchenzimmer, wenn nicht Schlimmeres. Und genervte Telekom-Kunden wird die FDP mit ihrem neuen Anstrich schon gar nicht als Wähler gewinnen.

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