Lehrreiche Revolutionen

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11. März 2014, 12:05 Uhr

Krisen und Kriege liefern Beiträge zur Weiterbildung. Was wusste man vor einem Jahr über die Ukraine? Dass es die Heimat der Klitschko-Brüder und Kiew die Hauptstadt ist. Inzwischen hat sich der allgemeine Wissensstand erheblich erweitert. Der Maidan ist ebenso bekannt wie die Krim. Selbst angrenzende Mini-Staaten rücken in den Blickpunkt. Wer Moldawien bisher für eine russische Weinregion hielt, bekannt vom „Negrue de Purcari“, erfährt aus der Berichterstattung, dass es sich um eine (noch) selbstständige Republik handelt. Die Plätze in den Hauptstädten sind es vor allem, die in den Blickpunkt der Weltöffentlichkeit rücken; denn dort beginnen meistens die Revolutionen. In Libyen ebenso wie in Ägypten, der Türkei und zuletzt in der Ukraine. Gerade Diktatoren scheinen große Plätze zu lieben. Solange sie die Zügel fest in den Händen halten, können sie dort mit Aufmärschen ihre Macht demonstrieren. Bröckelt die Herrschaft, droht von hieraus auch die größte Gefahr; denn das Volk strömt zusammen und fordert sein Recht. Ohne Plätze gäbe es daher wohl keine Revolutionen.

Das bei der Berichterstattung über Krisen und Kriege mitgelieferte Wissen ist erfahrungsgemäß nicht besonders nachhaltig. Der Maidan ist zwar noch in aller Munde. Aber wie hieß eigentlich der tausendfach genannte Platz im Herzen Istanbuls? Wo wurde die mächtige Statue des Diktators Hussein vom Sockel gezogen? Und wo begann der Aufstand in Ägypten?

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