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Kommentar : Lehrerausbildung in SH: Noch mal ganz von vorne

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Im Streit um die künftige Lehrerausbildung in Schleswig-Holstein ist bislang keine Einigung in Sicht. Schuld am Scheitern des Reformvorhabens sind nicht die Unis. Ein Kommentar von Helge Matthiesen.

shz.de von
erstellt am 06.Mai.2014 | 16:46 Uhr

Wohl selten ist ein überschaubares Reformvorhaben in diesem Land so krachend gescheitert wie die Reform der Lehrerausbildung. Die Schuld daran tragen nicht die beiden Unis, denen das Bildungsministerium die Aufgabe zugeschoben hatte, sich über die Details der Ausgestaltung doch bitte selbst zu einigen. Seltsam, dass Politiker, die sich doch sonst gerne als durchsetzungsstarke Macher präsentieren, einfach wegtauchen, wenn die ersten Schwierigkeiten auftauchen. Die Unis tun, was sie tun müssen: sie verteidigen ihre eigenen Interessen und die sind mit den Reformvorstellungen der Landesregierung offenkundig nicht in Einklang zu bringen.

Dass die Bildungsministerin das nicht vorher geklärt hat, bleibt ein grober handwerklicher Fehler. So haben die Kieler und Flensburger Professoren keine Wahl. Sie müssen sich in der Öffentlichkeit streiten und geben ein jämmerliches Bild ab. Die Verantwortlichen dafür sitzen indes im Kabinett und tun so, als ginge sie das alles nichts mehr an. Dabei geht es inzwischen um die Glaubwürdigkeit dieser Landesregierung. Sie will diese Reform und sie muss endlich auch die Verantwortung für eine Lösung übernehmen. Sie ist nicht der Obermoderator für selbstverursachte Streitfälle. Sie soll führen, dafür ist sie gewählt.

Ob es ihr gelingt, im Fall der Lehrerausbildung die Fäden wieder in die Hand zu bekommen, scheint angesichts der Unbeugsamkeit namentlich der Kieler Uni sehr fraglich. Das Beste wäre vermutlich, die Reform käme wieder vom Tisch und das Bildungsministerium finge noch einmal von vorne an. Schlimmer als jetzt kann es nicht mehr werden.

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