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Politik

17. August 2017 | 10:24 Uhr

Leere Worte

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Wenn sich ein Journalist und ein Prominenter unterhalten, gilt das als Interview. Im besten Fall kommt dabei eine Neuigkeit ans Tageslicht. Oft genug aber ist sie die Mühe in Form von Aufschreiben, Genehmigung und zuweilen auch Honorar nicht wert. Ebenso oft gibt der Befragte gerade auf die wichtigsten Fragen keine ordentliche Antwort. In einem Zeit-Interview fragt Chefredakteur Giovanni di Lorenzo Udo Jürgens, wo denn wohl die von ihm besungene Liebe bleibt, „wenn sie geht?“ Bedauerlicherweise weiß der Sänger das nicht. Recht unergiebig sind auch Gespräche, die Prominente miteinander führen, wobei der Journalist nur eine Art Dompteur im Raubtierkäfig ist. Im aktuellen Fall ist das Bild jedoch nicht besonders treffend: Wenn sich Helmut Schmidt und Siegfried Lenz unterhalten, brauchen sie keinen Moderator, weil sie nicht mehr fauchen und beißen, sondern schnurren und wie alle älteren Herren nur noch von der Vergangenheit sprechen. Angereichert mit vielen guten Ratschlägen für die Zukunft. Aber so, wie Udo Jürgens nicht weiß, wo die Liebe bleibt, wissen die beiden weisen Senioren nicht recht, wie die Zukunft aussieht.

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von
erstellt am 28.Aug.2014 | 12:34 Uhr

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