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Französische Präsidentschaftswahl 2017 : Le Pen provoziert mit Judenverfolgungs-These

vom

1942 wurden 13.000 Juden von französischen Polizisten festgenommen. Le Pen: „Das war nicht Frankreich.“

shz.de von
erstellt am 10.Apr.2017 | 15:38 Uhr

Paris | Die französische Rechtspopulistin Marine Le Pen sorgt mit einer Äußerung über die Judenverfolgung in Frankreich während des Zweiten Weltkriegs für Streit. Frankreich sei nicht verantwortlich für die Razzia des Vélodrome d'Hiver in Paris, sagte die Präsidentschaftskandidatin des rechtsextremen Front National im französischen Fernsehen.

Die Rechtsextreme Marine Le Pen und der Sozialliberale Emmanuel Macron gelten derzeit als Favoriten für den ersten Wahlgang am 23. April. Für die Stichwahl am 7. Mai sehen Umfragen Macron bei einem Duell gegen Le Pen deutlich vorn.

Bei der Massenverhaftung waren in der Nacht auf den 17. Juli 1942 mehr als 13.000 Juden von französischen Polizisten festgenommen worden, darunter 4000 Kinder. Über 8000 wurden bis zur Deportation durch die Deutschen im Vélodrome festgesetzt. Paris war damals von deutschen Truppen besetzt. Die Beteiligung der Vichy-Regierung an der Razzia war jahrzehntelang Tabuthema in Frankreich.

Le Pen ist der Auffassung, die damals mit Nazi-Deutschland zusammenarbeitende Vichy-Regierung sei „nicht Frankreich“ gewesen. Diese Position sei bis Jacques Chirac von den französischen Präsidenten vertreten worden. Am 16. Juli 1995 hatte sich der damalige Staatspräsident Chirac für die Massenverhaftung öffentlich entschuldigt.

Ihr unabhängiger Herausforderer Emmanuel Macron kritisierte Le Pens Äußerungen am Montag als „schweren politischen und historischen Fehler“. Der Ex-Minister fügte im Kurznachrichtendienst Twitter hinzu: „Das ist das wahre Gesicht der französischen extremen Rechten, die ich bekämpfe.“

 
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