zur Navigation springen

Berlin und Brandenburg : Landeskirche stimmt für gleichgeschlechtliche Trauung

vom

In Berlin und Brandenburg können homosexuelle Paare bald kirchlich heiraten. Eine große Mehrheit stimmte dafür.

shz.de von
erstellt am 09.Apr.2016 | 18:04 Uhr

Berlin | Gleichgeschlechtliche Paare können sich in der evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) künftig genauso trauen lassen wie Mann und Frau. Das hat die Synode am Samstag in Berlin mit großer Mehrheit beschlossen. Bisher war für schwule und lesbische Paare nur eine Segnung vorgesehen, ohne Eintragung ins Kirchenbuch oder Ringwechsel. „Wir freuen uns über das sehr klare und sehr eindeutige Signal der Synode“, sagte Propst Christian Stäblein.

Die EKBO ist nach Hessen-Nassau und dem Rheinland die dritte evangelische Landeskirche in Deutschland, die sich nun für die Gleichstellung entscheidet. Das könnte Vorbildcharakter auch für andere Länder haben.

Der Beschluss, der zum 1. Juli in Kraft tritt, sieht Ausnahmen vor: Ein Pfarrer und ein Gemeindekirchenrat können in konkreten, begründeten Einzelfällen eine Trauung ablehnen. Bischof Dröge hatte vorab gesagt, für ihn gehöre es zur Freiheit des Einzelnen, solche Ausnahmen aus Gewissensgründen zuzulassen. Deutlich müsse aber sein, dass es begründete Ausnahmen seien. Die Trauung soll dann in einer anderen Gemeinde möglich sein. Ein Kirchenmitglied sagte bei der Debatte, die Regelung sei „eine große Kröte, die wir als Homosexuelle in der Kirche schlucken müssen“. Der Passus soll in fünf Jahren überprüft werden.

Bei der Entscheidung der Synode stimmten 91 Mitglieder für die Gleichstellung, 10 dagegen und 4 Mitglieder enthielten sich.

Voraussetzung für eine kirchliche Trauung ist, dass das Paar auf staatlicher Seite schon eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingegangen ist.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen