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Sexualmoral-Kurse : Küssen ≠ Sex: Was Flüchtlinge in Dänemark lernen sollen

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Ein Kuss ist keine Einladung zum Sex: Diese und andere Dinge über die Beziehung zwischen Männern und Frauen sollen Asylbewerber in Dänemark lernen.

shz.de von
erstellt am 13.Jan.2016 | 16:37 Uhr

Kopenhagen | Asylbewerber in Dänemark sollen in Sexualmoral unterrichtet werden, um den Umgang mit dänischen Frauen zu lernen. Das fordert eine breite Opposition im Kopenhagener Parlament. „Wenn man ohnehin in einem Asylzentrum sitzt, macht es Sinn, eine Einführung in unsere Sexualmoral zu bekommen“, sagte die rechtspolitische Sprecherin der Sozialdemokraten, Trine Bramsen, am Mittwoch der Nachrichtenagentur Ritzau.

„Ganz grundsätzliche Regeln, die wir kennen, weil wir hier geboren sind, aber die man lesen und verinnerlichen muss, wenn man hierherkommt.“ Solche Kurse hatte das Parlament bereits im vergangenen Herbst diskutiert. Nach den Silvester-Übergriffen in Köln und anderen Städten in Europa kam das Thema erneut auf den Tisch. In der Silvesternacht waren Frauen am Kölner Hauptbahnhof von Männergruppen umzingelt, sexuell misshandelt und bestohlen worden. Nach ersten Ermittlungsergebnissen waren es überwiegend Nordafrikaner.

Der Unterricht in Dänemark könnte die Behörden auch aufmerksamer auf diejenigen machen, die sich gegen die Regeln sträuben, meinte Bramsen. Rechtspopulisten, Konservative und Linksliberale unterstützen den Vorschlag nach dem Vorbild Norwegens. Dort gibt es bereits seit 2011 Kurse für Asylbewerber, um sexueller Gewalt vorzubeugen. Eine Serie von Vergewaltigungen in der Stadt Stavanger hatte das Land dazu bewegt.

Inzwischen werden die Kurse in ganz Norwegen angeboten. In fünf Stunden lernen Männer und Frauen aus anderen Kulturkreisen Grundlegendes über Norwegens Gesetze, kulturelle Codes und unausgesprochene Regeln zwischen den Geschlechtern. „Wir wissen, dass Situationen missverstanden werden können, und deshalb ist es sehr wichtig, zu erklären, was Norweger darüber denken, alleine in der Stadt unterwegs zu sein, kurze Röcke zu tragen und so weiter“, erläuterte Linda Hagen, Leiterin des Asylzentrums des Betreibers „Hero“ in Stavanger, auf der Webseite des Zentrums.

 

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