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Empörung in der SPD : Kramp-Karrenbauer setzt Homo-Ehe mit Inzucht gleich

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CDU-Politikerin Kramp-Karrenbauer sorgt mit einer Äußerung zur #ehefueralle für einen Shitstorm. Nicht nur auf Twitter hagelt es Kritik.

shz.de von
erstellt am 03.Jun.2015 | 16:42 Uhr

Mit kritischen Äußerungen zur Homo-Ehe hat die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) Empörung ausgelöst. Es gebe in Deutschland bisher eine klare Definition der Ehe als Gemeinschaft von Mann und Frau, sagte die Katholikin der „Saarbrücker Zeitung“. „Wenn wir diese Definition öffnen in eine auf Dauer angelegte Verantwortungspartnerschaft zweier erwachsener Menschen, sind andere Forderungen nicht auszuschließen: etwa eine Heirat unter engen Verwandten oder von mehr als zwei Menschen“, meinte sie.

SPD, Grüne und FDP kritisierten dies scharf. „Damit erreicht die Debatte über die Ehe für alle einen neuen Tiefpunkt“, sagte SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi. Sie habe keinerlei Verständnis dafür, „dass eine CDU-Ministerpräsidentin gleichgeschlechtliche Partnerschaften jetzt mit Inzucht und Polygamie gleichsetzt“. „Das ist ein Schlag ins Gesicht Hunderttausender gleichgeschlechtlicher Partnerschaften, die füreinander einstehen und Verantwortung übernehmen“, meinte Fahimi.

Nach dem historischen Referendum in Irland versuchen SPD, Grüne und Linke über den Bundesrat, eine Mehrheit für einen Vorstoß zur Gleichstellung für homosexuelle Partnerschaften zu organisieren, um Kanzlerin Angela Merkel (CDU) unter Druck zu setzen. Im Bundestag sind der SPD wegen der Koalition mit der Union die Hände gebunden.


Der Grünen-Politiker Volker Beck meinte ironisch im Kurznachrichtendienst Twitter zur Äußerung Kramp-Karrenbauers:



FDP-Generalsekretärin Nicola Beer betonte: „Die Äußerungen von Frau Kramp-Karrenbauer sind eine Unverschämtheit, sie beleidigt Homosexuelle zutiefst. Ich fordere sie auf, sich für ihre Entgleisung zu entschuldigen.“

 

Die CDU-Ministerpräsidentin sagte in der „Saarbrücker Zeitung“ zugleich, bestehende Diskriminierungen zwischen Ehe und der gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaft müssten abgebaut werden.„Am Ende dieses Prozesses werden wir uns wahrscheinlich auch mit der Frage nach der Volladoption befassen müssen.“ Diese lehne sie ab.

Seit Jahren heiße es, dass für die Entwicklung von Kindern Vater und Mutter die beste Konstellation seien. „Gerade diese Frage dürfen wir nicht daran festmachen, ob sich jemand diskriminiert fühlt oder nicht - sondern allein am Kindeswohl“, betonte Kramp-Karrenbauer. Die CDU-Politikerin ist Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), der Vertretung katholischer Laien.

Auf Twitter gibt es kräftigen Gegenwind für die CDU-Politikerin:

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