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„Entsorgungskonsens“ : Kosten des Atomausstiegs: Konzerne sollen 23,34 Milliarden überweisen

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Wer zahlt wie viel für den Atomausstieg? Am Mittwoch soll es einen Konsens geben. Erste Details werden bekannt.

Berlin | Mehr als ein halbes Jahr wurde darüber verhandelt, wer die Kosten des deutschen Atomausstiegs trägt. Nun soll es ein Ergebnis geben: Die vier Energiekonzerne Eon, RWE, EnBW und Vattenfall sollen 23,34 Milliarden Euro in einen Fonds einzahlen. Darauf habe sich laut Spiegel Online die sogenannte Atomkommission einstimmig verständigt. Allerdings war man in den Beratungen von mindestens 48,8 Milliarden Euro ausgegangen - berechnet zu Preisen von 2014. Ein Szenario kommt bis 2099 auf mögliche Gesamtkosten (mit Inflation und steigenden Kosten) von fast 170 Milliarden Euro.

Ziel der Kommission war es, einen Konsens zu finden, der von möglichst vielen Gesellschaftsschichten als tragfähig angesehen wird.

Die Summe setze sich aus den Rückstellungen der Konzerne sowie einem entsprechenden Risikoaufschlag von 6,14 Milliarden Euro zusammen, um Mehrkosten aufzufangen. Dieser Risikosaufschlag war bis zuletzt heftig umstritten. Die Unternehmen pochten auf einen niedrigeren Aufschlag, Teile der Kommission dagegen auf einen höheren.

Nach Darstellung aus der Kommission wäre mit dem Betrag die bisherige Lücke zwischen den Rückstellungen der Konzerne und den Kosten der Zwischen- und Endlagerung geschlossen - unter der Annahme, dass damit jetzt begonnen würde. Die Endlagerung wird aber erst ab 2050 ein Thema. Das in den staatlichen Fonds eingezahlte Geld der Konzerne kann über die Jahre zinsbringend angelegt werden.

Ferner will die Kommission vorschlagen, dass die Unternehmen die Stilllegung und den Rückbau der Atommeiler übernehmen und dafür unbegrenzt haften. Die Vorschläge sollen am Nachmittag vorgestellt werden.

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erstellt am 27.Apr.2016 | 12:41 Uhr

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