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Korruptionsprozess: Wulffs Sprecher wohnte in einer Chaos-Finca

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Im Korruptionsprozess gegen Olaf Glaeseker, den ehemaligen Sprecher von Ex-Bundespräsident Christian Wulff, hat gestern der erste Zeuge ausgesagt. Der frühere Hausmeister des mitangeklagten Partymanagers Manfred Schmidt beschrieb vor dem Landgericht Hannover den desolaten Zustand der spanischen Finca, auf der Glaeseker mehrfach mit seiner Frau einen kostenlosen Urlaub verbrachte.

Glaeseker hat sich nach Ansicht der Staatsanwaltschaft als damaliger niedersächsischer Regierungssprecher korrupt verhalten. Er habe Schmidt bei der Sponsorensuche für eine Promi-Party geholfen. Im Gegenzug solle dieser ihm Urlaube und Flüge spendiert haben.

Der Hausmeister, den beide Angeklagten im Gericht keines Blickes würdigten, hatte Ende 2011 ein Hamburger Magazin auf Glaesekers Urlaube auf der Finca aufmerksam gemacht. Der Zeuge, der sich in der zweistündigen Vernehmung mitunter widersprach, nannte als Motiv seinen Unmut über fehlende Gelder für die Renovierung der Finca. „Für Besucher war ja Geld da!“


Defekte Elektrik sorgte für Lebensgefahr im Pool


Die bei Barcelona gelegene Finca sei ein einziges Chaos gewesen, sagte der ehemalige Hausmeister. Es habe Probleme mit der Elektrik gegeben, weswegen auch das Baden im Pool lebensgefährlich gewesen sei. „Die Tierhaltung war eine völlige Katastrophe“, sagte der Mann. In Volieren hätten sich Kaninchen tot gebissen. Auf die Frage, welche Tiere gehalten wurden, antwortete er: „60 Hühner, 2 Emus, 40 Papageien, mehrere Heidschnucken, ein Esel, ein Pferd, Forellen, 2 Hunde, 2 Katzen und ein paar Wachteln.“ Eine weitere Zeugin, die frühere Verlobte des Hausherrn Schmidt, bestätigte den heruntergekommenen Zustand der Finca.

Der von Schmidts Lebensgefährtin Ende 2007 eingestellte Mann erklärte, das Ehepaar Glaeseker sei jährlich – einmal im Frühjahr, einmal im Herbst – vor Ort gewesen. Beide hätten sich morgens meist selbst versorgt „und dann ihr Ding gemacht“. Abends gab es Essen gemeinsam mit dem Personal. „Der Alltag auf der Finca ging weiter, auch als die Glaesekers dort waren“, sagte der Zeuge.

Meistens kam das Ehepaar nur für eine Übernachtung, gelegentlich auch für drei oder vier Nächte. Den befreundeten Schmidt hätten sie dann meist in dessen Wohnsitz im nicht weit entfernten südfranzösischen Ort Banyuls-sur-Mer besucht.

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erstellt am 08.Jan.2014 | 00:31 Uhr

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