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Vor TV-Duell mit Macron : Kopierte Rede von Fillon: Marine Le Pen räumt Plagiat ein

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Le Pen übernehme „vollkommen die Verantwortung“, sagt sie im Fernsehen - kurz vor der Stichwahl am kommenden Sonntag.

shz.de von
erstellt am 03.Mai.2017 | 10:59 Uhr

Paris | Die rechtspopulistische französische Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen hat zugegeben, Teile ihrer Rede vom 1. Mai von ihrem ehemaligen Konkurrenten François Fillon abgekupfert zu haben. Sie übernehme dafür „vollkommen die Verantwortung“, sagte sie gegenüber dem Fernsehsender TF1. Das berichtet unter anderem heute.de.

Le Pen räumt die Kopie kurz vor der Stichwahl am kommenden Sonntag zwischen ihr und dem sozialliberalen Macron ein. Die Wahl gilt als Schicksalswahl für Europa. Le Pen will das Euro-Land Frankreich im Falle eines Wahlsieges zu einer nationalen Währung zurückführen und ein Referendum über die EU-Mitgliedschaft ansetzen. Macron ist hingegen Europabefürworter.

Mehrere Passagen eines Vortrags Le Pens bei einer Maifeier am Montag im Ort Villepinte nördlich von Paris hatten Ähnlichkeit mit einer patriotischen Rede des in der ersten Runde gescheiterten konservativen Kandidaten Fillon vom 15. April, wie unter anderem die Zeitung „Le Monde“ berichtete. Le Pen habe die Urheberschaft dieser Passagen nicht erwähnt, so das Blatt.

Der YouTube-Kanal Ridicule TV hatte als erstes ein Video mit einer Gegenüberstellung der teils wortgleichen Redeteile veröffentlicht:

TV-Duell am Abend zwischen Marine Le Pen und Emmanuel Macron

Das Plagiat Le Pens könnte auch am Mittwochabend noch einmal zum Thema werden: Dann nämlich stehen sich Macron und Le Pen im TV-Duell gegenüber. Es wird mit einem harten Schlagabtausch gerechnet. Die Kandidaten hatten sich bereits bei Auftritten am 1. Mai gegenseitig nichts geschenkt. Die Journalisten Nathalie Saint-Cricq vom öffentlichen Sender France 2 und Christophe Jakubyszyn vom privaten Sender TF1 werden am Mittwochabend die Fragen stellen.

Am Sonntag stehen sich beide dann im Endduell der Präsidentenwahl gegenüber. Nach Umfragen kann Macron mit 59 Prozent der Stimmen rechnen. Das sind mehrere Punkte weniger als noch in der vergangenen Woche. Le Pen käme demnach auf 41 Prozent. Vor gut einer Woche hatte der frühere Wirtschaftsminister Macron den ersten Wahlgang mit 24,01 Prozent gewonnen; Le Pen hatte es mit 21,3 Prozent ebenfalls in die Stichwahl geschafft.

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