Nach Mord an Rabbiner : Kopf einer palästinensischen Zelle erschossen

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu: «Die Sicherheitskräfte werden jeden fangen, der versucht, israelische Bürger anzugreifen.»
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu: «Die Sicherheitskräfte werden jeden fangen, der versucht, israelische Bürger anzugreifen.»

Israel hat bei einem Einsatz im Westjordanland einen Palästinenser getötet. Eine Armeesprecherin in Tel Aviv bestätigte, dass es sich dabei um den Kopf einer Zelle handele, die im vergangenen Monat einen Rabbiner und sechsfachen Vater erschossen hat.

shz.de von
06. Februar 2018, 09:56 Uhr

«Die Rechnung ist beglichen», teilte der israelische Verteidigungsminister Avigdor Lieberman mit. Die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas reagierte in einer Erklärung auf Lieberman mit den Worten: «Die Rechnung ist noch offen, und Ihr werdet den Preis für Eure Verbrechen bezahlen.»

Ahmed Dscharrar hielt sich in der Ortschaft Jamun in der Nähe der Palästinenserstadt Dschenin versteckt, wie der israelische Inlandsgeheimdienst Schin Bet mitteilte. Als sich die israelischen Truppen seinem Versteck genähert hätten, sei er bewaffnet herausgekommen. Die Soldaten hätten ihn daraufhin bei dem Einsatz erschossen, hieß es in der Mitteilung. Ein Sturmgewehr und Sprengsätze seien bei ihm gefunden worden.

Am 9. Januar war der Rabbiner bei einem Feuerüberfall getötet worden, als er in seinem Auto unterwegs war. Bei der Suche nach Täter und Komplizen tötete die israelische Armee bereits zwei Palästinenser.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu lobte den nächtlichen Einsatz. «Die Sicherheitskräfte werden jeden fangen, der versucht, israelische Bürger anzugreifen», sagte er nach einer Mitteilung seines Büros. «Und wir werden uns um sie kümmern nach dem vollen Umfang des Gesetzes.»

Als Reaktion auf den Mord stimmte Israels Regierung am Sonntag dafür, den israelischen Siedlungsaußenposten im nördlichen Westjordanland zu legalisieren. Der Außenposten Chavat Gilad, in dem der Rabbiner mit seiner Familie lebte, soll nun in eine dauerhafte Siedlung umgewandelt werden. Israel unterscheidet selbst zwischen illegalen Siedlungen und Siedlungen, die mit Genehmigung gebaut wurden. Aus Sicht der internationalen Gemeinschaft sind alle Siedlungen illegal.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert