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Bedingungsloses Grundeinkommen : Konzernchefs fordern bessere soziale Absicherung

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Die Jamaika-Koalition in Schleswig-Holstein plant, das bedingungslose Grundeinkommen zu testen. In einer Jamaika-Koalition im Bund dürfte die Idee aber kaum durchzusetzen sein.

shz.de von
erstellt am 16.Okt.2017 | 21:28 Uhr

Wenige Tage vor Beginn der Sondierungsgespräche von Union, Grünen und FDP haben Chefs großer Unternehmen eine bessere soziale Absicherung der Deutschen gefordert.

Nachdem Siemens-Chef Joe Kaeser kürzlich eine «Grundversorgung für das Alter» gefordert hatte, äußerte sich Telekom-Chef Timotheus Höttges jetzt ähnlich im «Tagesspiegel» (Montag). Die Digitalisierung werde die Unternehmens- und Arbeitswelt enorm verändern. «Deshalb brauchen wir eine Diskussion, wie wir die Sozialsysteme auf die Herausforderungen der Digitalisierung einstellen».

Es müsse jetzt über Instrumente wie «das bedingungslose Grundeinkommen und als Teilvariante davon die Grundversorgung im Alter» gesprochen werden, sagte Höttges. Er will dies nach Angaben der Zeitung in eine gesamte Reform der Sozialsysteme einbetten.

Auch Götz Werner, Gründer und Aufsichtsrat der Drogeriekette dm, wirbt schon länger für ein bedingungsloses Grundeinkommen. Jeder habe das Recht auf ein bescheidenes, aber menschenwürdiges Leben. «Ein bedingungsloses Grundeinkommen würde diesen Artikel unserer Verfassung endlich Gültigkeit verleihen», sagte er dem «Tagesspiegel». Zum Thema Vorsorge im Alter meinte er: «Es kann nicht sein, dass eine Rentnerin, die drei Kinder groß gezogen hat und dann den Ehemann gepflegt hat, bis er starb, heute nicht von ihrer Rente leben kann. Altersarmut ist grober Undank.»

Die Mehrheit der Deutschen sei für solche Überlegungen, schreibt die Zeitung. Die Jamaika-Koalition in Schleswig-Holstein plant, das bedingungslose Grundeinkommen zu testen. In einer Jamaika-Koalition im Bund dürfte die Idee aber kaum durchzusetzen sein. Kanzlerin Angela Merkel (CDU), FDP-Chef Christian Lindner und die Spitzenkandidaten der Grünen, Cem Özdemir und Katrin Göring-Eckhardt, seien dagegen. Wie das finanziert werden soll, ist offen.

Artikel des "Tagesspiegels"

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