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Umzug der Soldaten : Kommentar zu Incirlik-Abzug: Logistisch aufwendig – aber notwendig

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Abzug der Soldaten ist die einzige Lösung, meint unser Autor. Doch Incirlik ist nicht der letzte Brandherd.

shz.de von
erstellt am 06.Jun.2017 | 06:55 Uhr

Es war eine bequeme Reise für Außenminister Sigmar Gabriel in die Türkei. Niemand hat ernsthaft daran geglaubt, dass sein Besuch in Ankara etwas ändern wird. Die Parteien im Parlament haben in seltener Gemeinsamkeit letztendlich nur eine Erwartung an Gabriel gehabt: Nicht einknicken, klare Linie bewahren. Lange genug hat der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan auf der deutschen Nase rumgetanzt.

Erdogan und sein Außenminister Mevlüt Cavusoglu denken gar nicht daran, im Streit um das Besuchsrecht der Parlamentarier bei den Tornado-Soldaten in Incirlik einzulenken. Daher kann es nur noch eine Lösung geben: den Abzug aus Incirlik. Zwar wird die deutsche Beteiligung an der Anti-IS-Mission unterbrochen werden müssen. Der Umzug der Soldaten an einen anderen Standort, wahrscheinlich Jordanien, ist logistisch aufwendig – aber er ist notwendig. Und das möglichst schnell.

Um zu dieser Lösung in der Causa Incirlik zu kommen, brauchte es nicht mehr viel Diplomatie. Es ist aber nicht der letzte Brandherd in der deutsch-türkischen Beziehung. Die Inhaftierung des deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel, der sogenannte Flüchtlingspakt... Der deutschen Regierung werden noch unbequeme Reisen bevorstehen.

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