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Studie widerlegt Vorurteil : Kommentar: Warum Zuwanderung eine Chance ist

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Ausländer füllen die deutsche Sozialkassen. Das belegt jetzt eine Studie. Damit räumt sie mit Vorurteilen auf.

shz.de von
erstellt am 28.Nov.2014 | 07:55 Uhr

Zum Glück ist die Aufnahme von Bürgerkriegsflüchtlingen und Asylbewerbern für die große Mehrheit von Deutschen keine ökonomische Frage, sondern ein Gebot der Menschlichkeit. Schlimm genug, wenn vor der humanitären Hilfe Kosten und Nutzen abzuwägen wären. Wer beim Thema Zuwanderung Rechnungen aufmacht, pflegt meist Vorurteile oder kaschiert Kaltherzigkeit. So wird über die hohen Kosten geschimpft, die hier lebende Ausländer verursachen, über Kriminalität oder über Arbeitsplätze, die heimischen Bürgern weggenommen würden.

Die Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung belegt das Gegenteil. Die aktuellen Zahlen sind zugleich das beste Mittel, um die Willkommenskultur in Deutschland nicht nur zu einer Herzensangelegenheit, sondern auch zu einer Vernunftentscheidung zu machen. Im Schnitt – so die Studie – zahlt jeder Ausländer pro Jahr 3300 Euro mehr an Steuern und Sozialabgaben, als er an staatlichen Transferleistungen zurückerhält. 2012 ergab dies einen Überschuss von 22 Milliarden Euro.

Und diese Zahlen sind erst der Anfang. Wenn Asylbewerber und so genannte Geduldete, unter denen sich viele junge, hochqualifizierte Arbeitskräfte befinden, künftig bereits nach drei statt nach neun Monaten erwerbstätig sein dürfen, wird sich noch deutlicher zeigen: Zuwanderung ist eine Chance und keine Belastung der Sozialkassen. Das gilt gerade für eine alternde Gesellschaft.

Dies setzt allerdings entsprechende Integrationsanstrengungen voraus. Blinde Hilfsbereitschaft hilft niemandem. Für Flüchtlinge muss menschenwürdiger Wohnraum geschaffen werden, Kinder müssen in Schulen und Kitas untergebracht werden. Die Kommunen dürfen dabei nicht vom Bund alleingelassen werden. Und für alle in Deutschland lebenden Ausländer gilt, schnell die deutsche Sprache zu lernen und gute Bildungs- und Berufsabschlüsse zu erreichen. Dabei darf gerade bei den Bürgerkriegsflüchtlingen und Asylbewerbern nie das Schicksal vergessen werden, das die schutzsuchenden Menschen zu tragen haben.

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