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Nach US-Vorwahlen am „Super Tuesday“ : Kommentar: Republikaner stehen vor feindlicher Übernahme durch Donald Trump

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Trump lässt sich von seinen Gegenkandidaten bei den Republikanern nicht stoppen. Dies könnte nur den Demokraten gelingen.

Der Verlierer des „Super-Tuesdays“ stand bereits früh fest: Die Führer der Republikanischen Partei. Sie haben jetzt bestenfalls die Wahl zwischen Pest und Cholera. Wenn überhaupt.

Innerhalb der republikanischen Partei vermehren sich nach den Vorwahlergebnissen vom „Super-Tuesday“ die kritischen Stimmen. Man müsse sich zusammen raufen, um Trump zu stoppen, heißt es da. Doch ob das gelingt? Es gibt mit Ted Cruz und Marco Rubio derzeit keine wirklichen Alternativen.

Der ultra-konservative Tea-Party-Kandidat Ted Cruz gewann in seinem Heimatstaat Texas und im Nachbarstaat Oklahoma. Donald Trump räumte in den übrigen Staaten ab, während die Hoffnung der Etablierten, Marco Rubio, auf eine enttäuschende Wahlnacht zurückblickt.  

Trump ist damit kaum mehr zu stoppen. Der „feindlichen Übernahme“ der Partei Abraham Lincolns durch einen rechtspopulistischen Außenseiter steht nur noch wenig im Weg.

Der Frankenstein-Kandidat droht unterwegs zur Nominierung seinen Schöpfer zu zerstören. Die republikanische Parteiführung hat Trump schon jetzt nicht mehr viel entgegenzusetzen. Viel zu lange hat das Partei-Establishment den giftigen Ton von Rassisten, Sexisten und Nationalisten in den eigenen Reihen geduldet.

Der ultimative Sündenfall war die Berufung der Seelenverwandten Trump’s, Sarah Palin, zu John McCains Vizepräsidentschaft-Kandidatin. Das hat Nationalismus und Rechtspopulismus in der Partei aus der Schmuddel-Ecke geholt und hoffähig gemacht.

Die Konkurrenten im Rennen um die Präsidentschaft-Nominierung bekleckerten sich ebenfalls nicht gerade mit Ruhm. Sie haben Trump legitimiert, indem sie im Wahlkampf selber Religionstests für Flüchtlinge (Bush), die Deportation von elf Millionen nicht dokumentierten Einwanderern (Cruz) oder Militarismus (Rubio) propagierten.

Außer John Kasich findet sich niemand unter den verbleibenden fünf Kandidaten in der Position, den Rechtspopulisten glaubwürdig herauszufordern. Rubios Angriffe vor dem „Super-Tuesday“ sahen mehr wie Verzweiflungstaten vor dem eigenen drohenden Ende aus.

Die Republikaner haben sich an diesem Dienstag auf einen sehr düsteren Pfad begeben. Jetzt wird es an Demokraten und Unabhängigen liegen, den brandgefährlichen Nationalisten bei den Präsidentschaftswahlen im November zu stoppen.

Nach dem Fehlstart bei den Vorwahlen hat Hillary Clinton am „Super-Tuesday“ ihre Favoriten-Rolle festigen können. Sie räumte im Süden ab und liegt bei den Delegierten deutlich vor Bernie Sanders.

Der linke Rebell schlug sich zwar tapfer, hat aber trotzdem nur noch einen sehr schmalen Pfad zur Nominierung. Gelaufen ist das Rennen damit noch nicht, aber Hillary geht nun mit starkem Rückenwind in die kommenden beiden Wochen, in denen noch einmal so viele Delegierte vergeben werden wie am „Super-Tuesday“. Die zunehmende Wahrscheinlichkeit einer Trump-Kandidatur hilft Hillary im Rennen um die Nominierung zusätzlich.

Während Clinton viele Schwächen hat, sticht sie Bernie bei einer Qualität aus, die in der Auseinandersetzung mit dem Nationalisten Trump gebraucht wird. Sie versteht es, mit harten Bandagen zu kämpfen.

Die Demokraten werden es nicht wagen, einen demokratischen Sozialisten in die Schlacht zu schicken. Mit Trump als Kandidaten der Republikaner, geht es für sie im November vor allem um eines: Einen unberechenbaren Chauvinisten um jeden Preis von der Macht fernzuhalten.  

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erstellt am 02.Mär.2016 | 10:06 Uhr

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