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Möglicher Ausstieg aus Klimaabkommen : Kommentar: Donald Trump opfert die Zukunft junger Generationen

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Die USA danken als „Führungsmacht des Westens“ ab - Europa muss das Vakuum füllen.

shz.de von
erstellt am 01.Jun.2017 | 06:38 Uhr

Washington | Jetzt hilft nur noch beten. Oder auf ein Klima-Wunder hoffen. Andernfalls wird passieren, was von Anfang an zu befürchten war: Donald Trump zieht die USA aus dem Pariser Klimaschutz-Abkommen zurück. Das hat er im Wahlkampf versprochen, nach der Amtseinführung wiederholt bekräftigt und beim G-7-Gipfel unübersehbar zu erkennen gegeben.

Der Klima-Ausstieg wäre ein schwerer Rückschlag beim Kampf gegen die Erderwärmung. Der unverantwortliche Akt eines Präsidenten, der nicht davor zurückschreckt, die Zukunft der jungen Generation auf dem Altar kurzfristiger Profite der Kohle-, Gas- und Ölkonzerne zu opfern.

Damit begeben sich die USA in die zweifelhafte Gesellschaft von Staaten wie Syrien und Nicaragua, die zu den wenigen Verweigern von Paris zählen. Und schaden sich selbst, indem sie auf veraltete Technologien und Energieträger setzen. Strenger Klimaschutz führt zu größerer Innovation und damit wirtschaftlichem Fortschritt. 

Viel gravierender noch sind die Konsequenzen für die Stellung Amerikas in der internationalen Ordnung. Die USA verlieren unter Trump ihre Glaubwürdigkeit als Verhandlungspartner, isolieren sich auf der Weltbühne und danken als „Führungsmacht des Westens“ ab. 

Der „America-First“-Nationalismus des Präsidenten sorgt mit Entscheidungen wie dieser dafür, das die Supermacht nicht mehr so super ist. Die USA verlieren international ihre „Softpower“, der andere Staaten in der Vergangenheit freiwillig folgten. Trumps Amerika erweist sich eher als Hindernis. 

Es wird höchste Zeit, diesen Präsidenten beim Wort zu nehmen. Wie schon beim Freihandel, der NATO oder seinem Verhältnis zur EU und Deutschland - Trump meint, was er sagt. Seine Werte sind weder amerikanische noch westliche. Und bei deren Verteidigung ist auf diesen Präsidenten kein Verlass. 

Im Fall des Pariser Klimaabkommens gibt es eine klare Antwort. Europa muss das Führungs-Vakuum füllen, das die USA hinterlassen haben. Wenn es gelingt, China, Brasilien und Indien bei der Stange zu halten, lässt sich der Schaden vielleicht einzudämmen. Damit bliebe die vage Chance auf eine Kurskorrektur nach den Präsidentschaftswahlen 2020.

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