Landtagswahl im Saarland 2017 : Kommentar: Der Schulz-Zug verliert an Tempo

<p>Die erste Wahl seit der Ernennung von Martin Schulz zum Spitzenkandidaten kann die SPD nicht gewinnen.</p>

Die erste Wahl seit der Ernennung von Martin Schulz zum Spitzenkandidaten kann die SPD nicht gewinnen.

Die CDU gewinnt, die SPD verliert sogar im Vergleich zu 2012. „Angela Merkel kann aufatmen“, kommentiert Stefan Beuke.

von
26. März 2017, 19:33 Uhr

Angela Merkel kann aufatmen. Die Siegerin der Saarland-Wahl heißt Annegret Kramp-Karrenbauer, der Verlierer Martin Schulz, auch wenn der gar nicht zur Wahl stand. Die aktuelle Entwicklung verfolgen Sie im Liveblog.

Die Berliner Verhältnisse – die Große Koalition – setzen sich im Saarland fort. Unter der Führung der CDU. 1:0 für Merkel. Der erste Stimmungsdämpfer für die Schulz-Party der SPD. Und der fiel deutlich aus.

Letztendlich fehlte zum einen der SPD im Saarland eine Macht-Perspektive. Die Menschen waren dort für Rot-Rot nicht bereit. Dann doch lieber die Große Koalition. Die Saarländer vertrauen ihrer Ministerpräsidentin, die sie kennen. Zum anderen war Annegret Kramp-Karrenbauer stärker als ihre SPD-Kontrahentin Anke Rehlinger, der auch der Windschatten des Schulz-Zuges nicht helfen konnte. Personenwahl statt Schulz-Effekt. Dass Kramp-Karrenbauer als Merkel-Gefährtin gilt, ist für die Union noch eine nette Nebennote im Kampf gegen den SPD-Hoffnungsträger. Die interessante Frage ist, ob Deutschland auf Bundesebene bereit für die Linke ist. Es ist zu bezweifeln.

In normalen Zeiten würde eine Landtagswahl im Saarland im Rest der Republik kaum mehr als ein Augenbrauenzucken hervorrufen. Aber es sind keine normalen Zeiten. Es sind politisch aufregende Zeiten. Saarbrücken – Kiel – Düsseldorf – Berlin. So heißt der Spannungsbogen des Jahres. Mit dem Höhepunkt der Bundestagswahl im September. Und die wird – ungeachtet des heutigen Ergebnisses – spannend wie seit zwölf Jahren nicht mehr.

Die zweite Siegerin neben Kramp-Karrenbauer ist die Wahlbeteiligung. Politik ist in Bewegung geraten. Die Nichtwähler kommen zurück an die Urne. Das ist eine gute Nachricht, an der auch die AfD ihren Anteil hat. Bei den vergangenen Landtagswahlen zog die Partei die früheren Nichtwähler auf ihre Seite. In Saarland schafft sie es nur noch knapp ins Parlament. Die AfD mobilisiert aber auch Wähler, die die Partei verhindern wollen. Nutznießerin war diesmal die CDU.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen