Brief an Ministerpräsident Løkke : „Können nicht mehr“: Dänische Soldaten erbitten Abzug von IS-Kämpfen

Trotz der Anschläge von Kopenhagen beteiligte sich die dänische Luftwaffe weiter am internationalen Militäreinsatz gegen die Terrormiliz Islamischer Staat.
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F-16 in Skrydstryp: Trotz der Anschläge von Kopenhagen beteiligte sich die dänische Luftwaffe weiter am internationalen Militäreinsatz gegen die Terrormiliz Islamischer Staat.

Die dänischen Flugmechaniker im Irak haben sich an den Ministerpräsidenten gewandt. Sie bitten, die Mission gegen den Islamischen Staat auslaufen zu lassen.

shz.de von
28. Juli 2015, 15:55 Uhr

Skrydstryp/Kopenhagen | Sieben dänische F-16- Kampfjets, ein Hercules-Transportflugzeug und knapp 140 Soldaten nehmen derzeit am Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Irak und in Kuwait teil. Getragen von breiter politischer Unterstützung sollte die bis Oktober laufende Mission eigentlich verlängert werden.

Doch die Truppen, die seit längerem über Personalmangel und Krankheit klagen und ihre Familien vermissen, können nicht mehr, sagen sie. Unterstützt von der Gewerkschaft haben sich die besonders gestressten Flugingenieure an Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen und andere Parteichefs gewandt. Über die Agentur Ritzau wird der Brief der Mechaniker wie folgt zitiert: „Wir und unsere Kollegen werden durch die Entsendung an die Brandherde dieser Welt und Übungen im Ausland bis zum Äußersten getrieben.” Vor allem die Flugingenieure seien unterbesetzt und stünden unter großem Druck. „Geben Sie den Mitarbeitern eine wohlverdiente Pause. Der Bogen ist überspannt. Sie können nicht mehr.”

Die rechte Dansk Folkeparti, Mehrheitsbeschaffer und heimlicher Chef der neuen Regierung, erwägt nun, ihre Unterstützung für eine Verlängerung des Einsatzes zurückzuziehen. Das wäre eine schwere politische Niederlage für Ministerpräsident Løkke, der ohne die DF keine Mehrheit im Parlament hat. Søren Espersen (DF), Vorsitzender des außenpolitischen Ausschusses findet klare Worte: „Wenn das, was wir anderswo zur Problemlösung beitragen, zu Hause Probleme schafft, sollten wir die Mission stoppen.“

Der Verteidigungssprecher der Liberalen, Peter Juel Jensen, sagte der Zeitung „Berlingske“, er wolle vor einer Beurteilung das Ergebnis einer fachlichen militärischen Analyse abwarten.

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