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Politik

16. Dezember 2017 | 02:49 Uhr

Koalitionärer Kuss-Knigge

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 04.Dez.2013 | 00:31 Uhr

In seiner jüngsten Ausgabe beschäftigt sich der Spiegel mit dem Problem, wer Angela Merkel küssen dürfe und wer auf keinen Fall. Nur ein Busserl auf die Wange gehaucht, versteht sich, kein sozialistischer Bruderkuss Marke Honecker/Breschnew.

Auslöser für die Diskussion war die Frage, ob demnächst, wenn die große Koalition steht, auch Sigmar Gabriel darf. Im Augenblick darf er im Gegensatz zu Gröhe, Westerwelle und einigen wirklich großen Staatsmännern wie Obama, Cameron und Hollande noch nicht. Da im Koalitionsvertrag dieses Thema nicht geregelt ist – wahrscheinlich aus Zeitgründen –, wird unter den für das Menschliche zuständigen Berliner Journalisten mit einiger Spannung beobachtet, ob und in welcher Form sich die beiden näher kommen. Interessant dürfte dabei sein, ob man sich erst duzt und dann küsst oder vielleicht beides in einem Abwasch erledigt. Womöglich noch mit Unterhaken und einem Sektglas in der Hand.

Bei der Vorstellung des Koalitionsvertrags waren die drei hohen Vertragspartner Angela, Horst und Herr Gabriel zumindest verbal schon einen Schritt weiter als das Duzen und Küssen. Nach den Beratungen sei man erst einmal ins Bett gegangen, sagte Horst. Getrennt, ergänzte Herr Gabriel. Was die Kanzlerin von dieser Art des Humors hält, ließ sich an ihrer Miene ablesen, die als „not amused“ bezeichnet werden muss. Es ist nicht auszuschließen, dass Sigmar Gabriel mit seinem vorlauten Zwischenruf die Aufnahme in den Kreis der Kuss-Berechtigten bereits leichtfertig verspielt hat.

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