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Änderungen beim Renteneinstieg : Koalition einigt sich auf Flexi-Rente

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Jeder soll selbst entscheiden, wann er in Rente geht. Wäre das später als vorgesehen, winken Zuschüsse.

shz.de von
erstellt am 11.Mai.2016 | 11:18 Uhr

Berlin | Lange wurde gerungen, jetzt haben sich die Spitzen der großen Koalition auf ein Modell zum flexiblen Einstieg in die Rente geeinigt. Entsprechende Pläne sollten nun in Gesetzesform gegossen werden, kündigten der CDU-Sozialpolitiker Karl Schiewerling und der Parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe, Max Straubinger, am Mittwoch in Berlin an. Längeres Arbeiten werde ermöglicht, die Übergänge in die Rente würden fließender gestaltet, sagte Schiewerling.

Die Menschen leben länger und gesünder. Und viele wollen länger arbeiten - aber freiwillig, ohne es zu müssen. Mit der Flexi-Rente käme die Koalition diesem Wunsch nach. Zuletzt war Finanzminister Schäuble mit seinem Vorschlag für einen späteren Renteneintritt auf massiven Widerstand beim Koalitionspartner SPD gestoßen.

Wer bereits mit 63 in Teilrente geht, soll mehr als bisher dazu verdienen können. Bisher drohen drastische Rentenkürzungen, wenn man schon mit 63 in Rente geht und mehr als 450 Euro im Monat hinzu verdient. Je nach Verdiensthöhe sinken die Bezüge auf bis zu ein Drittel der Vollrente. Solche Stufen sollen entfallen. Stattdessen soll oberhalb von 450 Euro 40 Prozent des Zuverdiensts von der Rente abgezogen werden. Bis zu 450 Euro ist der Zuverdienst frei.

Arbeiten über das normale Rentenalter hinaus soll attraktiver werden. Geändert werden sollen dazu die Regeln für den Rentenbeitrag, wenn ein Arbeitnehmer nach Erreichen des Rentenalters Rente bezieht und noch weiterarbeitet. Bisher zahlte der Arbeitgeber seinen Teil des Rentenbeitrags ein, ohne dass die Rente des Betroffenen stieg.

Künftig soll auch der Beschäftigte seinen Teil einzahlen können - beide Beitragsteile sollen dann rentensteigernd wirken. Zudem werden Unternehmen entlastet, wenn sie Menschen über das Rentenalter hinaus beschäftigten. Bisher müssten sie 1,5 Prozent des Lohns in die Arbeitslosenversicherung einzahlen - das soll entfallen. Reha und Vorsorge sollen zudem ausgebaut werden, kündigte Schiewerling an. 

Der Weg für das bereits seit November vorliegende Konzept zur Flexi-Rente wurde nach Angaben aus Koalitionskreisen frei durch die Einigung auf eine Reform zu Leiharbeit und Werkverträgen. Denn das arbeitsmarktpolitische Vorhaben war ein Kernanliegen der SPD, während die Union auf Erleichterungen für längeres Arbeiten gepocht hatte. Beide Gesetze sollten nun zeitlich parallel vorangetrieben werden, sagte Schiewerling.

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