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Kliniken, Polizei, Schulen: Morgen erste Warnstreiks

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Verdi macht mobil: Angestellte im öffentlichen Dienst sollen landesweit die Arbeit niederlegen

Nun schwappt die Streikwelle im öffentlichen Dienst der Länder auch in den Norden: Die Gewerkschaften haben für morgen Tausende Beschäftigte aus allen Bereichen des öffentlichen Dienstes zu ganztägigen Warnstreiks aufgerufen. „Die Arbeitgeber haben ihre Chance verpasst, zügig zu einem schnellen Tarifabschluss zu kommen und damit die Bürger vor etwaigen Streikfolgen zu schützen“, sagte gestern Karin Hesse, Landesbezirksleiterin von Verdi-Nord. Beteiligen wollen sich Mitarbeiter der Uni Kiel, des Uniklinikums (UKSH), aller Ministerien, des Küstenschutzes sowie Angestellte der Feuerwehr, der Polizei und die nicht verbeamteten Lehrer. Mit dabei sind auch Beschäftigte der Straßenbauverwaltung, des Strafvollzugs und der Finanzämter. Gestreikt wird jeweils ab Dienstbeginn. Die UKSH-Beschäftigten wollen bereits ab 5 Uhr die Arbeit niederlegen. Die GEW plant Warnstreik-Aktionen an Schulen in Itzehoe, Flensburg und Neumünster. „Die Länder haben bisher kein Angebot für eine Gehaltssteigerung vorgelegt. Schlimmer noch: Sie wollen Gehaltssteigerungen an Einschnitte von bis zu 20 Prozent bei der Zusatzversorgung knüpfen. Das lassen wir uns nicht gefallen“, kritisierte GEW-Landeschef Matthias Heidn. Allerdings sind die allermeisten Lehrer verbeamtet. Das weiß auch Heidn – und spricht deshalb von einer Politik „der symbolischen Nadelstiche“.

Bis 11 Uhr werden morgen in Kiel Busse mit Streikenden aus dem ganzen Land erwartet. Sie starten dann zu einem Protestzug durch die Innenstadt. Zu einer anschließenden gemeinsamen Kundgebung von Verdi, GdP und dbb werden auch Beschäftigte von Dataport – dem IT-Dienstleister der Gebietskörperschaften – erwartet, die sich in einer eigenen Tarifrunde befinden.

Die Gewerkschaften verlangen für die 800  000 Tarifangestellten der Länder 5,5 Prozent mehr Geld. Der Zuwachs soll mindestens 175 Euro pro Monat betragen. Gestritten wird zudem über die betriebliche Altersvorsorge und die tarifliche Eingruppierung der angestellten Lehrer. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 16. und 17. März in Potsdam anberaumt.

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erstellt am 10.Mär.2015 | 08:59 Uhr

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