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Russland-Politik der USA : Kehrtwende: Trump fordert Krim-Rückgabe, Russland reagiert verschnupft

vom
Aus der Onlineredaktion

Es ist die außenpolitische Woche der neuen US-Regierung. Gegenüber Russland gibt sich Trump plötzlich kompromisslos.

shz.de von
erstellt am 15.Feb.2017 | 13:05 Uhr

Washington | Über US-Präsident Donald Trumps außenpolitischen Kurs weiß derzeit niemand so richtig Bescheid, in dieser Woche könnten sich einige Kennlinien abzeichnen. Laut Aussage von Trumps Sprecher verlangt das Weiße Haus nun, dass Russland die Halbinsel Krim an die Ukraine zurückgibt. „Präsident Trump hat sehr deutlich gemacht, dass er von der russischen Regierung erwartet, dass sie die Gewalt in der Ukraine deeskaliert und die Krim zurückgibt“, sagte der Pressesprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer, am Dienstag vor Journalisten.

Trump steht wegen einer Affäre um die Russlandpolitik im Fokus. Theorien halten den Rücktritt von Michael Flynn nur für den Anfang eines größeren Skandals. Das Weiße Haus soll  laut „Washington Post“ bereits länger über dessen Telefonate mit Russland gewusst haben.

Russland äußerte sich empört über die Forderungen der USA. „Die Krim ist ein Teil Russlands. Alle Aussagen über eine Abtrennung der Krim von Russland sind ein Angriff auf unsere territoriale Integrität“, sagte Parlamentspräsident Wjatscheslaw Wolodin am Mittwoch in Moskau. Außenamtssprecherin Maria Sacharowa bekräftigte der Agentur Interfax zufolge, Moskau werde die Krim nicht zurückgeben.

Russlands Führung hat mehrfach betont, dass sie mit Trump auf eine Verbesserung der zerrütteten Beziehungen zu den USA hofft. Wolodin kritisierte, solche Äußerungen stünden im Widerspruch zu den Wahlversprechen. „Die Krim ist nicht verhandelbar“, betonte auch Senator Viktor Oserow. „Wir haben - bei aller Sympathie für Trumps konstruktive Rhetorik - zu früh entschieden, dass er pro-russisch ist. Er ist pro-amerikanisch“, urteilte der Außenpolitiker Leonid Sluzki.

Russland hatte sich die Schwarzmeerhalbinsel Krim im Jahr 2014 einverleibt. Als Reaktion hatten die Vereinigten Staaten unter dem damaligen Präsidenten Barack Obama und die Europäische Union gegen Russland Sanktionen erlassen. Trump stellte im Wahlkampf in Aussicht, die Krim-Annexion anzuerkennen.

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