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Zu viele wilde Katzen : Kastrationspflicht? Minister Christian Schmidt will Katern an ihr bestes Stück

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Die Katzenplage wird immer größer. Der Bundeslandwirtschaftsminister fordert eine Entscheidung: Kastration oder Ausgehverbot.

shz.de von
erstellt am 19.Nov.2015 | 12:44 Uhr

Berlin | CSU-Landwirtschaftsminister Christian Schmidt will Kater in ihrer Freiheit einschränken. Sie sollen nur noch frei in der Natur herumlaufen dürfen, wenn sie kastriert sind. Ansonsten könnten sie unter Hausarrest gestellt werden. Das geht aus dem aktuellen Tierschutzbericht der Bundesregierung 2015 hervor.

Auch in Schleswig-Holstein gibt es Probleme mit wilden Katzen. Die herrenlosen Tiere vermehren sich unkontrolliert und bereiten Behörden und Tierärzten zunehmend Kopfzerbrechen. Sie seien nicht nur ein Problem in den Sandkisten, sondern bedrohen durch ihre Futtersuche auch heimische Vogelarten, warnen Experten.

Bislang wurden vor allem streunende Katzen von Tierschützern zwangskastriert. Nun geht es aber um unsere Haustiere. In dem Bericht der Bundesregierung heißt es: „Die Regelung bezieht sich nicht auf die herrenlosen Tiere selbst, sondern auf die in einem Besitzverhältnis stehenden Katzen und entspricht - wenn von der Verordnungsermächtigung Gebrauch gemacht wird - de facto einer Kastrationspflicht für Haus- und Hofkatzen mit Freigang.“ Das heißt: Entweder werden die Kater kastriert oder sie müssen zuhause hinter der Fensterscheibe bleiben.

Was bedeutet das für Besitzer von Katern? Bislang noch nichts. Das Bundesministerium fordert die Bundesländer auf, über die Kastrationspflicht zu entscheiden. Im Tierschutzgesetz wurde dafür eine Verordnungsermächtigung für die Länder eingefügt (§ 13b des Tierschutzgesetzes). Wie mit der Verordnung in Schleswig-Holstein umgegangen wird, ist noch nicht bekannt. In der Vergangenheit zeigte sich das Ministerium zurückhaltend. Vor zwei Jahren erklärte Sprecherin Nicola Kabel, eine Kastrationspflicht sei eine starke Einschränkung. Bislang werden vor allem Kastrationsaktionen von wilden Katzen unterstützt.

Hamburg hält eine Kastrationspflicht freilaufender Katzen oder ein Stubenarrest nicht für notwendig. Der Tierschutzverein bekomme jährlich rund 30.000 Euro, um bei Bedarf freilaufende Katzen zu kastrieren, teilte die Behörde für Verbraucherschutz am Donnerstag mit.

Hintergrund des Vorstoßes von Landwirtschaftsminister Schmidt ist, dass es in einigen Regionen Deutschlands immer mehr Probleme mit herrenlosen, verwilderten Katzen gibt, die sich stark vermehren. Allein in Schleswig-Holstein soll es 75.000 wilde Katzen geben. Aber was hat das mit unseren Haustieren zu tun? Die Antwort des Ministeriums: Hauskatzen paaren sich mit den Wildkatzen. Für den ungewollten Nachwuchs übernehme dann aber niemand die Verantwortung. Die Folge: Neue Kolonien verwilderter Katzen.

 

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