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Weiberfastnacht am Donnerstag : Karneval 2016 beginnt unter verschärften Sicherheitsbedingungen

vom

In den Karnevalshochburgen regieren von Donnerstag an für sechs Tage die Narren. Neben Trubel und Heiterkeit wird nach den Übergriffen in der Silvesternacht aber auch gesteigerter Wert auf Sicherheit gelegt.

shz.de von
erstellt am 04.Feb.2016 | 10:30 Uhr

Köln | Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen hat am Donnerstag um 11.11 Uhr der Straßenkarneval begonnen. Trotz der Übergriffe der Silvesternacht in Köln und einer abstrakten Terrorgefahr wollen sich die Karnevalisten das Feiern nicht vermiesen lassen. Das närrische Treiben nahm wie gewohnt seinen Lauf: In Mainz versammelten sich um 11.11 Uhr Jecken rund um den Fastnachtsbrunnen in der Innenstadt. In Düsseldorf stürmten die Möhnen das Rathaus. In Köln zählte das Dreigestirn die letzten Sekunden bis 11.11 Uhr ab und eröffnete dann offiziell den Straßenkarneval.

Neben den Übergriffen an Silvester ist auch die nach wie vor hohe Terrorgefahr in Deutschland nach den Anschlägen in Paris maßgeblich für das massive Aufgebot an Sicherheitskräften in den Städten.

Über vielen Feierlichkeiten liegt ein neues Netz aus Sicherheitsmaßnahmen. Vor allem in Köln lautet der Tenor: So etwas wie an Silvester dürfe es nie wieder geben. Allein in Köln sind in diesem Jahr 2500 Polizisten unterwegs, dreimal so viele wie im vergangenen Jahr. Nach den sexuellen Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht hat die Stadt die tollen Tage zu einer Bewährungsprobe erklärt. Die Verantwortlichen wollen beweisen, dass man in Köln noch unbeschwert feiern kann. Erstmals öffnete um 11.11 Uhr auf der Domplatte ein „Security Point für Frauen“ mit professionellen Beraterinnen. Während der tollen Tage wurden in Köln zuletzt durchschnittlich etwa 50 sexuelle Übergriffe pro Jahr angezeigt, von der Nötigung bis zur Vergewaltigung.

In Baden-Württemberg starteten die Narren bei nasskaltem Wetter in die heiße Phase der schwäbisch-alemannischen Fastnacht. Die Narren befreien dort Schulen und Kindergärten, stellen bunt geschmückte Narrenbäume auf und stürmen die Rathäuser. Die Schlüssel erhalten die Bürgermeister erst am Aschermittwoch wieder - solange haben die Mäschgerle das Sagen. In Stockach am Bodensee tagt am Abend die närrische Justiz: Vor dem „Narrengericht“ muss sich in diesem Jahr Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) verantworten.

 

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