Karl Marx reloaded

shz.de von
30. Mai 2014, 11:54 Uhr

Wenn überhaupt, dann sorgen Bücher für Aufsehen, wenn sie erschienen sind. Das 500-Seiten-Werk des französischen Professors Thomas Piketti soll in Deutschland erst im Herbst in den Regalen stehen. Aber schon jetzt schicken die Redaktionen aus aller Herren Länder ihre Experten nach Paris, um vom Autor persönlich zu erfahren, was er an Sensationellem ermittelt haben will. Anschließend berichten sie beeindruckt, dass der Gelehrte ein Netter ist und in braunen Plastikbechern Kaffee serviert hat. Ach ja, außerdem habe er bestätigt, was in der französischen und englischen Ausgabe seines Bestsellers steht: Wer Kapital in Form von Mieten, Zinsen und Dividenden hat, wird immer reicher. Wer arbeitet, der bleibt finanziell gesehen ein Igel, der dem Hasen hinterher hechelt. Die Reichtümer der Welt seien ungerecht verteilt, der Professor fordert Konsequenzen. Den Reichen müsse es an den Kragen, bzw. an den Geldbeutel gehen. Wenn die Staaten nicht bald handelten, gebe es Revolution, sagt Piketti und schenkt Kaffee nach. Ein gewisser Karl Marx hat ähnliche Thesen vertreten und nichts bewirkt. Damals nicht einmal Aufmerksamkeit.

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