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Kardinal Meisner empört mit Muslim-Vergleich

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Kölner Kardinal Joachim Meisner (Foto) hat mit einer Äußerung über Muslime für Empörung gesorgt. „Ich sage immer, eine Familie von euch ersetzt mir drei muslimische Familien“, hatte der 80 Jahre alte Erzbischof bei einer Veranstaltung bei einer Veranstaltung des „Neokatechumenalen Weges“, einer konservativen katholischen Bewegung, in Köln gesagt.

Muslimische Organisationen reagierten auf diese Bemerkung ebenso fassungslos wie Politiker von SPD und Grünen. Bekir Alboga von der Türkisch-Islamischen Union Ditib sagte: „Man stelle sich vor, ein muslimischer Würdenträger in vergleichbarer Position würde diesen Satz formulieren – ein Empörungsschrei ginge durch die Gesellschaft. Wir brauchen Brückenbauer und keine Polarisierer.“

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, warf Meisner vor, er bediene Ressentiments und islamfeindliche Stimmungen, „die wir so von der katholischen Kirche und besonders vom neuen Papst nicht kennen“. Statt einander abzuwerten, sollten die Religionen einander stützen und schätzen.

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Staatsministerin Aydan Özoguz (SPD), sprach von der „persönlichen Meinung eines katholischen Würdenträgers“, die sie nicht kommentiere, „auch wenn ich sie nicht verstehe“. Der religionspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck, warf dem Erzbischof vor, den öffentlichen Frieden zu gefährden.

Meisner selbst erklärte später, er bedauere, mit seinen Worten Irritationen ausgelöst zu haben. „Es war keineswegs meine Absicht, Menschen anderen Glaubens damit zu nahe zu treten“, versicherte er. „Meine Wortwahl war in diesem Fall vielleicht unglücklich.“

Am 25. Dezember war Meisner 80 Jahre alt geworden. Noch im Februar wird mit der Annahme seines Rücktrittsgesuchs durch Papst Franziskus gerechnet.

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erstellt am 29.Jan.2014 | 13:13 Uhr

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