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Nationalfeiertag in Spanien : Kampfjet nach Militärparade abgestürzt - ein Toter

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Spaniens Festtag wird vom Tod eines Piloten überschattet - und von der größten politischen Krise der jüngeren Geschichte.

shz.de von
erstellt am 12.Okt.2017 | 15:17 Uhr

Madrid | Ein spanischer Kampfjet ist nach der Teilnahme an der Militärparade anlässlich des Nationalfeiertages abgestürzt. Wie das spanische Verteidigungsministerium am Donnerstag mitteilte, kam der Pilot dabei ums Leben. Der Unfall habe sich in der Nähe der Stadt Albacete etwa 250 Kilometer südöstlich von Madrid ereignet. Die Ursache des Unfalls war zunächst unklar.

Die Zeitung „El País“ berichtete in der Onlineausgabe, der Pilot habe sich nicht rechtzeitig mit dem Schleudersitz retten können. Die Eurofighter-Maschine hatte zuvor an der Flugschau vor tausenden Menschen, darunter auch König Felipe VI., in Madrid teilgenommen.

Und auch sonst liegt ein Schatten über dem Festtag: Die Zeitung „El Mundo“ nannte die Katalonien-Krise die „größte Herausforderung der vergangenen vier Jahrzehnte“ für Spanien. Ministerpräsident Mariano Rajoy hatte Kataloniens Regierungschef Carles Puigdemont am Mittwoch ein Ultimatum gestellt, um zur verfassungsmäßigen Ordnung zurückzukehren. In einem Schreiben Rajoys heißt es, Puigdemont müsse zunächst bis Montag um 10 Uhr die Frage klar beantworten, ob er bei seiner Rede am Dienstag vor dem Regionalparlament in Barcelona die Unabhängigkeit der Region erklärt habe. Bis spätestens nächsten Donnerstag - ebenfalls 10 Uhr - müsse er dann die laufenden Abspaltungsbestrebungen faktisch abbrechen und zur Legalität zurückkehren.

Tut Puigdemont dies nicht, würde Madrid erstmals den Artikel 155 der Verfassung anwenden, der die Entmachtung einer Regionalregierung ermöglicht, wenn diese die Verfassung missachtet. Welche Maßnahmen genau ergriffen werden könnten, ist noch unklar, jedoch ist auch eine Festnahme Puigdemonts und anderer separatistischer Politiker denkbar.

Der 54-Jährige hatte bei seinem Auftritt vor dem Parlament in Barcelona die Ausrufung der Unabhängigkeit von Spanien angekündigt, blieb in seinen Aussagen aber vage. Als Grundlage für die Pläne nannte er das vom Verfassungsgericht für illegal erklärte Referendum vom 1. Oktober, bei dem mehr als 90 Prozent der Teilnehmer für die Trennung gestimmt hatten - bei einer Wahlbeteiligung von nur 43 Prozent. Gleich darauf legte Puigdemont den Trennungsprozess aber „für einige Wochen“ auf Eis, um einen Dialog mit der Zentralregierung zu ermöglichen. Rajoy und seine Regierung hatten zwar wiederholt ihre Gesprächsbereitschaft betont, aber nur innerhalb der Gesetze. Voraussetzung ist, dass die katalanische Führung ihre Abspaltungspläne zurückzieht.

In Barcelona gab es am eine kleine Kundgebung der prospanischen Sociedad Civil Catalana (SCC) unter dem Motto „Ja zu Katalonien und auch zu Spanien“. Teilnehmer riefen „Es lebe Spanien!“ und „Puigdemont ins Gefängnis“. Die Abgeordnete des Regionalparlamentes Inés Arrimadas von der oppositionellen Ciudadanos-Partei forderte zur Lösung der Krise eine Neuwahl, die die Regionalregierung jedoch bisher abgelehnt.  Madrid verwandelte sich am Nationalfeiertag in ein Meer aus spanischen Flaggen. Viele Zuschauer der Parade winkten mit Fahnen, auch in unzähligen Fenstern in der Hauptstadt hatten Bürger die Nationalflagge aufgehängt. Die meisten Spanier pochen energisch auf der Einheit des Landes - und jubelten am dem bei vielen Katalanen unbeliebten König zu. 

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