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Muslimische Minderheit : Juristen: Verfolgung der Rohingya in Myanmar ist Völkermord

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Muslimische Rohingya werden in Myanmar verfolgt, vertrieben und ermordet. Mobs haben freie Bahn, die Regierung drangsaliert sie mit ominösen Vorschriften. Juristen bezeichnen das jetzt als Völkermord.

Naypyidaw | Die muslimische Minderheit der Rohingya wird in der einstigen Militärdiktatur Myanmar nach einem neuen Bericht mit dem Ziel der Ausrottung systematisch verfolgt. Das erfülle juristisch den Tatbestand des Völkermordes, erklärten Studenten und Professoren der renommierten amerikanischen Yale-Universität am Donnerstag in Bangkok. Sie analysierten die Verfolgung der mehr als eine Million Menschen für die Menschenrechtsorganisation Fortify Rights. Die Organisation forderte eine Untersuchung der Vereinten Nationen.

Nicht nur in Europa, auch in Südostasien spielen sich Flüchtlingsdramen ab. Viele Muslime flüchten vor der Verfolgung in Myanmar nach Indonesien. Menschenrechtsorganisationen werfen der Regierung und Armee von Myanmar schon länger Menschenrechtsverstöße wie Zwangsarbeit, Zwangsräumung von Dörfern, Folter, Vergewaltigungen und Einsatz von Kindersoldaten in den bis heute andauernden Kämpfen gegen Aufständische vor.

„Rohingya sind existenziell bedroht und ihre Lage wird immer schlimmer“, sagte Fortify-Rights-Direktor Matthew Smith. „Es ist an der Zeit, dass die internationale Gemeinschaft etwas tut.“. Nach der Analyse der Yale-Experten entspricht die systematische Verfolgung der Rohingya den gängigen Definitionen von Völkermord.

Angehörige der Volksgruppe würden ermordet. Die Lebensbedingungen sowie Heiratsverbote und Vorschriften über die Kinderzahl seien darauf angelegt, die Volksgruppe zu zerstören. Behörden und Politiker zeigten mit ihren Aktionen und Äußerungen, dass sie es auf die Ausrottung der Gruppe angelegt haben.

Im Mai 2013 ordnete die Regierung „zum Abbau von ethnischen Spannungen“ an, dass die Rohingya im Rakhaing-Staat nicht mehr als zwei Kinder haben dürfen, da ihre nach Angaben der Regierung zehnmal so hohe Geburtenrate angeblich die buddhistische Mehrheit in eine Minderheit verwandeln könne.

 

Rohingya leben teils seit vielen Generationen in der Rakhine-Region im Westen des Landes. Diese und Vorgängerregierungen bezeichnen sie als illegale Einwanderer aus dem Nachbarland Bangladesch und verweigern ihnen die Staatsbürgerschaft und Rechte. 2012 kam es zu schweren Unruhen, bei denen buddhistische Mobs unter den Augen der tatenlosen Sicherheitskräfte Rohingya ermordeten und Häuser in Brand steckten. Dutzende Menschen kamen um. Die Behörden zwangen 140.000 in Camps, wo es weder genügend Nahrung noch Gesundheitsversorgung gibt.

Myanmar liegt in Südostasien. Mehr als 80 Prozent der gut 51 Millionen Einwohner sind Buddhisten. Die überwältigende Mehrheit unterstützt die Diskriminierung gegen die Rohingya. Am 8. November wird in den ersten freien Wahlen seit 25 Jahren ein neues Parlament gewählt.

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erstellt am 29.Okt.2015 | 09:42 Uhr

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