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Emma Watson, Beyoncé, Jennifer Lawrence : Jung, berühmt, Feministin: Sechs Beispiele zum Weltfrauentag

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Feministin zu sein ist längst nicht mehr etwas, für das man sich rechtfertigen muss. Diese erfolgreichen Frauen haben dazu beigetragen, dass Feminismus als cool gilt.

Denkt man an den neuen Feminismus und dessen starke Vertreterinnen, ist nicht mehr viel übrig von der mittlerweile verstaubten Attitüde à la Alice Schwarzer. Die Feministinnen von heute sind jung, erfolgreich und unglaublich cool. Damit definieren sie den Begriff neu und schaffen es, Mädchen und Frauen für die Wichtigkeit des Themas zu begeistern.

Beyoncé

Beyoncé ist wohl das schillernste Beispiel des neuen Feminismus. Spätestens mit ihrem Auftritt bei den MTV Video Music Awards 2014 manifestierte sie das Bild von sich als Feministin in der Öffentlichkeit. In großen Lettern erscheint bei diesem Auftritt hinter ihr das Wort „Feminist“ während der Satz „Feminist(in): Die Person, die an die politische, soziale und wirtschaftliche Gleichheit der Geschlechter glaubt“ durch die Konzert-Halle tönt. Es ist der Satz einer nigerianischen Feministin.

Doch schon seit Langem spricht sie in Interviews über Gleichberechtigung, Sexismus und auch über die besondere soziale Lage schwarzer Frauen in den USA. Allen Kritiken zum Trotz schafft es Beyoncé mit ihrer Botschaft, eine riesige Zielgruppe zu erreichen, die sich sonst nicht mit dem Thema beschäftigt, und verleiht dem Feminismus ein positives Image. Sie schafft es, dass junge Mädchen und Frauen mit Stolz sagen: Ich bin Feministin, und ich kann alles erreichen, was ich will.

Emma Watson

Weltbekannt wurde Emma Watson als kleine, strebsame „Hermine“ in den Harry-Potter-Filmen. Heute - mit 25 - engagiert sie sich neben ihrer Karriere als Schauspielerin für Frauen. Seit Juni 2014 ist sie Sonderbotschafterin für Frauen- und Mädchenrechte. Sie entwickelte die Kampagne „He for She“, mit der sie Jungen und Männer dazu bewegen will, sich für Mädchen und Frauen einzusetzen. „Ich bin eine Feministin“, bekannte sie im September 2014 erstmals bei einer Rede vor den Vereinten Nationen - und bekam Standing Ovations.

Einen feministischen Buchclub im Netz hat Emma Watson auch gegründet. Jeder kann bei „Our Shared Shelf“ mitmachen - und über feministische Literatur diskutieren.

Lena Dunham

Not her natural habitat but she's trying her darnedest!!!

Ein von Lena Dunham (@lenadunham) gepostetes Foto am

Produzentin, Regisseurin, Autorin, Schauspielerin. Mit 29 ist Lena Dunham, was ihre Kunst-Figur Hannah Horwath immer sein will: die Stimme ihrer Generation. Oder, wie Hannah in der ersten Staffel der US-Serie „Girls“ sagt: „Wenigstens eine Stimme. Einer Generation.“ „Girls“ markierte den Anfang von Dunhams Erfolg, inzwischen läuft in den USA die fünfte Staffel. Die Geschichte von vier Freundinnen Mitte 20 in New York räumt auf mit vielen Frauen-Klischees, die mit Schuhen und Männern, Sex und Schönheitsidealen zu tun haben. Es folgten ein Buch mit Essays („Not That Kind of Girl“), der Frauen-Newsletter „Lenny“, Wahlkampfunterstützung für Hillary Clinton. „Lenny“ gibt sie gemeinsam mit Jenni Konner heraus - und es geht um Feminismus, Style, Politik und Freundschaft. Auf Twitter und Instagram folgen ihr Tausende.

Jennifer Lawrence

 

Einer der ersten Beiträge in Lena Dunhams „Lenny Letter“ kam im Oktober 2015 von Jennifer Lawrence und hieß „Warum verdiene ich weniger als meine männlichen Co-Stars?“ Die Antwort gibt es hier. Bis dahin war die 25-jährige Schauspielerin durch ihre Hauptrolle in der Trilogie „Die Tribute von Panem“ bekannt. Sie hob die Debatte um die Gender Pay Gap - also den Fakt, dass Männer durchschnittlich mehr verdienen als Frauen - auf die Ebene der Hollywoodstars. Kritiker der Einkommenslücke-Theorie argumentieren damit, dass Frauen oft Teilzeit arbeiten oder schlechter ausgebildet sind. Jennifer Lawrences Bericht gibt ein Gegenbeispiel: Sie habe schlecht verhandelt, sagt sie. Und sie habe Angst, als schwierig und verwöhnt zu gelten. Männer bräuchten diese Angst nicht zu haben.

Sookee

Zum Glück gibt es auch in Deutschland einige coole Feministinnen. Eine von ihnen ist die Berliner Rapperin Sookee. Es gibt heutzutage wohl kaum eine Musikszene, in der Frauen so unterrepräsentiert sind wie im Hip-Hop. Diesen Zustand zu verbessern hat sich Sookee als Linguistin, Feministin und Rapperin zur Aufgabe gemacht. In Liedern wie zum Beispiel „Pro Homo“ (In Anspielung auf den amerikanischen Ausdruck „no homo“) kritisiert sie die Diskriminierung von Homosexuellen und Frauenbilder und Sexismus in der Hip-Hop-Szene. Außerdem organisiert sie Hip-Hop-Veranstaltungen, die eine Bühne für Frauen bieten, fördert Jugendliche in Berlin-Neukölln, organisiert Slut-Walks und gibt Interwiews.

Sie selbst sagte in einem Interview mit der Zeit, dass sie es selbst nerve über Sexismus zu reden. „Ich fände es super, keine Feministin zu sein.“

Taylor Swift

Der Popsängerin wird oft vorgeworfen, einen „weißen Feminismus“ aus einer privilegierten Position heraus zu unterstützen, der sich ausschließlich auf das Geschlecht bezieht und andere Komponenten wie zum Beispiel Diskriminierung durch Klasse, Hautfarbe oder sexueller Orientierung vernachlässigt. Dennoch muss auch sie sich gegen Diskriminierung wehren, die zum Beispiel ihre weibliche Verletzlichkeit in ihrer Musik betrifft. Auch muss sie Häme wegen ihrer wechselnden Partner einstecken. Sie bekennt sich immer wieder öffentlich als Feministin und spricht vielen jungen Mädchen aus der Seele, die mit dem Begriff zuvor nicht viel anfangen konnten.

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erstellt am 07.Mär.2016 | 20:43 Uhr

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