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Meistgeteilter Facebook-Post aller Zeiten : Journalist schreibt offenen Brief an Donald Trump

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Der US-Präsidentschaftskandidat liegt im Wahlkampf weiterhin vorn. Doch an seiner Person scheiden sich die Geister. Ein Journalist fasst seine Kritik in Worte.

New York | Donald Trump liegt im Rennen um die US-Präsidentschaftskandidatur weiter an der Spitze. Ein kritischer Brief des Journalisten Brandon Stanton, den er in auf seinem Blog „Humans of New York“ veröffentlichte, wird zum meistgeteilten Facebookbeitrag aller Zeiten. Darin formuliert Stanton seine Vorbehalte gegen Trump.

Die Proteste gegen den umstrittenen Präsidentschaftskandidaten der Republikaner werden massiver. Trump hatte immer wieder mit rechtspopulistischen Äußerungen für Aufsehen gesorgt. In Chicago musste ein Wahlkampfauftritt sogar abgesagt werden.

 

An Open Letter to Donald Trump:Mr. Trump,I try my hardest not to be political.  I’ve refused to interview several of...

Posted by Humans of New York on  Montag, 14. März 2016

 

Hier die Übersetzung des Briefes*:

„Mr. Trump,
ich habe immer mein Bestes gegeben, nicht politisch Stellung zu beziehen. Ich habe es abgelehnt, einige Ihrer Mitbewerber zu interviewen. Ich wollte mich bei der Präsidentschaftswahl nicht auf eine Seite schlagen. Ich habe stets geglaubt, dass noch nicht der richtige Moment für ein Statement gegen Gewalt und Vorurteile erreicht sei. Doch ich habe festgestellt: Es gibt keine richtige Zeit dafür. Der richtige Moment ist immer jetzt. Wie Millionen von Amerikanern habe ich realisiert: Gegen Sie zu sein ist keine politische Entscheidung, sondern eine moralische.

Ich habe gesehen, wie Sie rassistische Bilder retweetet haben. Ich habe gesehen, wie Sie rassisistische Lügen verbreitet haben. […] Ich habe Ihre Aufrufe zur Gewalt registriert, Ihre Bereitschaft, Gerichtskosten für diejenigen zu übernehmen, die Gewalt in Ihrem Namen ausüben. Und Ihre Aufrufe zur Folter und zum Mord an den Familien von Terroristen habe ich auch gehört. Ich habe gesehen, wie Sie genüsslich davon erzählt haben, Muslime mit in Schweineblut getränkten Kugeln zu exekutieren. Ich habe zugesehen, wie Sie Flüchtlinge als „Schlangen“ bezeichnet und behauptet haben: „Der Islam hasst uns!“

Ich bin Journalist, Mr. Trump. In den letzten zwei Jahren habe ich lange Interviews mit hunderten Muslimen geführt. Im Iran, im Irak und in Pakistan. Ich habe außerdem hunderte syrische und irakische Flüchtlinge in sieben verschiedenen Ländern interviewt. Und ich kann nun sagen: Der Hasserfüllte sind Sie.

Diejenigen von uns, die Ihnen Aufmerksamkeit geschenkt haben, werden es Ihnen nicht erlauben, sich neu zu erfinden. Sie sind kein „Einiger“. Sie sind kein „Präsident“. Sie sind kein Opfer des Hasses, den Sie seit Monaten selbst verbreiten. Sie sind ein Mann, der Vorurteile geschürt hat, um Ihre Macht zu vergrößern. Und obwohl sich Ihre Worte in den nächsten Monaten ohne Zweifel verändern werden, werden Sie immer bleiben, wer Sie sind.

Aufrichtig,
Brandon Stanton“

Der am Montag veröffentlichte Beitrag wurde, Stand 17. März, 15.30 Uhr, 1.082.720 Mal geteilt und erhielt über 2,1 Million Likes. Über 64.000 Kommentare gibt es unter dem Post. „Überall auf der Welt wundern sich die Menschen, wie dieser Mann so viele Stimmen bekommt“, schreibt ein Nutzer. Für seinen Kommentar bekommt er knapp 195.000 „Gefällt mir“-Angaben. Eine Reaktion darunter noch 37.000: „Amerikaner wundern sich das auch!“

Die Facebookseite des Blogs, dem 17 Millonen Menschen folgen, war 2010 eigentlich als Fotoblog gestartet. Die Seite hatte zum Ziel, 10.000 New Yorker zu portraitieren. So sollte ein Gesamtbild der Einwohner der Ostküstenmetropole entstehen. Irgendwann begann Stanton, die Menschen zusätzlich zu den Fotos zu interviewen und so ganze Lebensgeschichten zu erzählen. Von seinem ursprünglichen Ziel wich er deshalb ab.

*Quelle: Tagesschau auf Facebook

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erstellt am 17.Mär.2016 | 15:47 Uhr

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