Einladung von Ban Ki Moon : Jemen: UN-Friedensgespräche in Genf geplant

Im Jemen ist keine Lösung des blutigen Konflikts in Sicht. Jetzt laden die Vereinten Nationen zu Friedensgespräche nach Genf.

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21. Mai 2015, 07:44 Uhr

New York/Sanaa | Nach der Eskalation der Kämpfe im Jemen in den vergangenen zwei Monaten sollen nächste Woche Friedensgespräche in Genf beginnen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die Konfliktparteien zum 28. Mai eingeladen, sagte ein UN-Sprecher am Mittwoch in New York. Die jemenitische Exil-Regierung stellte Bedingungen für die Teilnahme. Ihre Gegner, die Huthi-Rebellen, wollen zumindest über eine politische Lösung reden.

Im Jemen kämpfen Huthi-Milizen und mit ihnen verbündete Armeeteile gegen Anhänger des Exil-Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi. Eine von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition bombardiert seit Ende März Stellungen und Waffenlager der Huthis. Seit Ende März sind im Jemen nach UN-Angaben 1849 Menschen getötet und 7394 verwundet worden. Mehr als eine halbe Million Jemeniten seien geflohen, berichtete das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR).

Mit den Gesprächen solle der „Impuls für einen jemenitisch-geführten politischen Wandel wiederhergestellt“ werden. „Der Generalsekretär drängt alle Parteien, sich in diesen UN-Beratungen in gutem Glauben und ohne Bedingungen zu engagieren. Die einzige dauerhafte Lösung der Krise im Jemen ist eine umfassende, politische Einigung.“ Schon einmal habe das Land auf den Weg zu mehr Stabilität gebracht werden können. „Tragischerweise ist der Jemen nun in einen Konflikt abgerutscht, der sich über die Grenzen auszubreiten droht und der dramatische Auswirkungen auf die Zivilisten hat, die den höchsten Preis zahlen.“

In einer ersten Reaktion auf die Einladung Bans stellte die jemenitische Exil-Regierung Bedingungen für ihre Teilnahme an den Gesprächen. Unter anderem müssten sich die schiitischen Huthi-Rebellen zuvor aus den umkämpften Städten zurückziehen, sagte Außenminister Riad Jassin am Mittwoch in der saudischen Hauptstadt Riad. Jassin gehört der international anerkannten Regierung des südarabischen Landes an.

Die Huthi-Rebellen im Jemen zeigen sich dagegen offen für Verhandlungen über eine politische Lösung des Bürgerkriegs. Alle revolutionären Kräfte des Landes seien bereit zu einem Dialog unter UN-Schirmherrschaft in einem neutralen Staat, sagte Rebellenchef Abdelmalik al-Huthi am Mittwochabend in einer Fernsehansprache. Er warf zugleich Saudi-Arabien vor, keine politische Lösung des Konflikts anzustreben.

Während der am Sonntag beendeten fünftägigen Waffenruhe seien zwar Hilfsgüter ins Land gebracht worden. Jedoch sei die Waffenruhe zu kurz gewesen und immer wieder missachtet worden, so dass bei weitem nicht genug Nahrung und Medikamente für Notleidende geliefert werden konnten.

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