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Spendenrückgänge : Jedes zweite Tierheim in SH steht vor der Pleite

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Immer mehr Tiere und Rückgang der Spenden: Der Tierschutzbund fordert größere Zuwendung von Kommunen.

Kiel | Die Hälfte aller Tierheime in Schleswig-Holstein ist vom Konkurs bedroht. Davor warnt der Deutsche Tierschutzbund. „All unsere Heime kämpfen mit jährlichen Deckungslücken von 140.000 bis 180.000 Euro“, sagt Holger Sauerzweig-Strey, Vorsitzender des Landesverbands Schleswig-Holstein. Eines der Probleme: „Wir bekommen von den Kommunen eine Kostenerstattung für 28 Tage, doch die Tiere bleiben viel länger bei uns.“ Ältere oder kranke Hunde ließen sich nur schwer vermitteln, Katzen würden nur kastriert abgegeben, was ebenfalls Geld koste.

Jährlich 140.000 Euro zahlt etwa die Stadt Lübeck – aufgeteilt in zwölf Raten – an das städtische Tierheim. „Damit können wir höchstens die Hälfte unserer Kosten abdecken“, sagt Tierheim-Sprecherin Nina Lübker. Dabei kämen immer mehr Tiere. „Wir hatten vor fünf Jahren noch im Schnitt 100 Katzen und 30 Hunde, heute sind es 120 Katzen und 50 Hunde. Und vergangenes Jahr hatten wir mit 240 Katzen einen Rekord.“

Immer mehr Besitzer würden zudem ihre Tiere abgeben, weil sie sich diese nicht mehr leisten können, beobachtet Lübker. Dramatisch sieht es im Tierheim Flensburg aus. „Die Zahlungen der Stadt reichen nur für die Gesamtkosten von zwei Monaten“, sagt der Vorsitzende Willy Sandvoß.

„Die Deckungslücken müssen wir durch Spenden, Mitgliedsbeiträge und Vermächtnisse schließen“, erklärt Holger Sauerzweig-Strey, der das Tierheim Itzehoe leitet. Doch das Spendenaufkommen verringere sich. Auch bei den Vermächtnissen sinke die Summe, da sie oft durch Pflegekosten aufgezehrt würde. Gleichzeitig leiden die Tierheime unter gestiegenen Energiekosten und dem Mindestlohn. „Der einzige Weg wäre, wenn die Kommunen ihre Pauschalen erhöhen, doch da bewegt sich nichts.“

Der Kostenaufwand für die Tierheime sei für die Kommunen „keine Peanuts“, betont Jörg Bülow vom Schleswig-Holsteinischen Gemeindetag. Oftmals gebe es die finanziellen Spielräume nicht. „Zudem drücken Themen wie die Flüchtlingsproblematik und Kinderbetreuung zusätzlich.“

Sauerzweig-Strey warnt: „Wenn das erste Heim pleite geht, bringen wir die Tiere zu den Ordnungsbehörden, die dann für eine artgerechte Unterbringung sorgen müssten.“ Die Heime würden eine kommunale Aufgabe übernehmen. „Sie sind praktisch ein Fundbüro, für das die Kommunen aber nicht mehr zahlen wollen.“

Fakt ist: Fundtiere müssen ein halbes Jahr betreut werden, solange hat der Eigentümer laut Fundtierverordnung Zeit sich zu melden. „Fundtiere sind aber für die Behörden nur Tiere, die tatsächlich verloren gegangen sind. Weder ausgesetzte noch herrenlose Tiere wie streunende Katzen fallen demnach darunter“, so Sauerzweig-Strey.

Jörg Bülow spricht in diesem Zusammenhang von einer „nicht ganz einfachen Rechtslage“. Es sei oft nicht festzustellen, wo die abgegebenen Tiere herkommen. Holger Sauerzweig-Strey sieht das anders: „Herrenlose Tiere sind solche, bei denen ein Zettel beiliegt, auf dem der Besitzer die Eigentumsrechte abtritt.“

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erstellt am 20.Feb.2015 | 19:35 Uhr

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