Je suis Charlie: Die Schüsse galten dem Rückgrat der Freiheit

shz.de von
08. Januar 2015, 13:12 Uhr

Vom ermordeten Chefredakteur der Zeitschrift Charlie Hebdo ist der Satz überliefert: „Wir müssen erscheinen – koste es, was es wolle.“ Dieser Satz bleibt einem nun im Halse stecken, denn die Kosten dafür, dass Charlie Hebdo weiter erscheint, sind unmenschlich hoch. Was normalerweise als aufmunternde Bemerkung an die Redaktion kurz vor Drucklegung gemeint ist, hat hier eine tragische Bedeutung gewonnen.

Dennoch ist der Satz auf eine metaphysische Weise richtig. Was immer es uns kostet, eine freie, manchmal freche Zeitung zu erstellen – es ist allen Schweiß der Edlen wert. Und es ist auch richtig, dass in der Freiheit der Meinungsäußerung alle Grundrechte Ihre Voraussetzung finden. Das Grundrecht auf Spott und Satire gehört nun einmal dazu, ob man es mag und darüber lachen kann oder halt nicht.

Es gibt unzählige Terroropfer weltweit, und Journalisten sind keine Opfer höheren Ranges. Aber wer auf Journalisten schießt, hat ja mehr im Sinn. Er will die Freiheit ins Rückgrat treffen.







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