Taro zur NS-Diktatur : Japans Vizepremier: Adolf Hitlers Absichten waren „richtig“

Der japanische Vize-Regierungschef und Finanzminister Taro Aso

Der japanische Vize-Regierungschef und Finanzminister Taro Aso.

Taro Aso sagt, es komme auf das Ergebnis an und nicht auf das Motiv. Offen ist, was er damit meint.

shz.de von
30. August 2017, 12:45 Uhr

Tokio | Der japanische Finanzminister Taro Aso bezeichnete Adolf Hitlers Motive als richtig. Er relativierte damit die Verbrechen des nationalsozialistischen Diktators vor Mitgliedern der Parlamentsfraktion. Das berichtete zuerst der Spiegel.

„Ich hinterfrage Ihre Motive nicht, warum Sie Politiker sind. Doch auf die Ergebnisse kommt es an“, sagte Taro Aso laut Nachrichtenagentur Kyodo in Richtung der Politiker. „Hitler, der Millionen von Menschen auf dem Gewissen hat, war nicht gut, auch wenn seine Absichten richtig waren.“ Auf was genau er damit anspielte, ist offen.

Der Sprecher der jüdische Nichtregierungsorganisation Simon-Wiesenthal-Center äußerste sich zu der Rede Taros und spricht von „Schmerz und Enttäuschung“. Inzwischen hat der japanische Finanzminister sein Bedauern ausgedrückt und nannte seine Äußerungen nicht angemessen. Er habe nicht die Absicht gehabt, Hitler zu verteidigen.

Bereits 2013 fiel Taro Aso auf, als er die politischen Taktiken der Nationalsozialisten lobte: „Die deutsche Weimarer Verfassung wurde, ohne dass dies auffiel, durch die Verfassung Nazideutschlands ersetzt. Warum lernen wir nicht von ihrer Taktik?“ Das sagte er vor vier Jahren über eine geplante Änderung der Verfassung.

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