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Nach Querschläger auf Radfahrerin : Jagdverband: Unfälle durch Warnkleidung vermeiden

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nach zwei Jagdunfällen mit einem Toten und mehreren Verletzten meldet sich der Jagdverband Schleswig-Holstein zu Wort.

Lübeck | Nach zwei Jagdunfällen innerhalb kurzer Zeit in Lübeck und im brandenburgischen Nauen will der Jagdverband Schleswig-Holstein nicht von einer Häufung solcher mitunter tödlichen Verwechslungen sprechen. „Jagdunfälle kommen Gott sei Dank sehr selten vor“, sagt Pressesprecher Marcus Börner. Sie ließen sich allerdings auch nicht ausschließen: „Wo Menschen handeln, können Unfälle passieren.“

Während der Entenjagd hatte am Montag ein Jäger in Lübeck versehentlich eine Radfahrerin angeschossen. Die 37-Jährige musste im Krankenhaus operiert werden. Erst wenige Tage zuvor endete ein Jagdunfall in Brandenburg weniger glimpflich. Ein 30 Jahre alter Jäger hatte ein Liebespaar in einem Maisfeld mit Wild verwechselt und geschossen. Ein Mann kam dabei ums Leben, eine Frau überlebte schwer verletzt.

Beide Fälle könne man nicht vergleichen, sagt Börner: „Medienberichten zufolge hat der Mann in Nauen ein Geräusch gehört und geschossen. Dass man nicht auf Geräusche schießt, ist elementarer Bestandteil der Jagdausbildung.“ Beim Fall in Lübeck deute hingegen alles auf einen unglücklichen Zufall hin.

Eine Statistik für Jagdunfälle gibt es nicht – weder beim Landesverband noch bei der Polizei. Allerdings, so Börner, sei der Anteil an tödlichen Unfällen mit Schusswaffen in Bezug auf die Anzahl der Waffen in Jägerhand verschwindend gering. Er betont, dass Jäger letztlich im Sinne des Allgemeinwohls unterwegs seien.

Beim Führen einer Waffe würden strenge Regeln gelten. Börner: „Wenn Sie da einen Fehler machen, ist das ein Ausschlusskriterium.“ So müsse der Schütze immer darauf achten, dass sich hinter seinem Ziel ein Kugelfang befindet.

Jäger müssten ihr Jagdgebiet nicht sonderlich kennzeichnen – es sei denn, es handelt sich um eine Treibjagd. „Dann müssen die entsprechenden Bereiche mit blauen Warndreiecken gekennzeichnet und abgesperrt werden“, erklärt Börner. Rechtlich dürfe mit Ausnahme von sogenannten befriedeten Bezirken überall gejagt werden. Das sind zum Beispiel Stadt- und Gemeindegebiete oder eingezäunte Privatgrundstücke.

Die nun anstehenden Herbst- und Wintermonate sind traditionell die Hauptjagdzeiten. Der Jagdverband appelliert deshalb, im Wald entsprechende Warnschilder ernst zu nehmen. „Ansonsten ist es immer und gerade für Jogger ratsam, in der dunklen Jahreszeit Warnkleidung zu tragen“, rät Verbandssprecher Marcus Börner.

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erstellt am 16.Sep.2015 | 09:46 Uhr

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