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Israel zieht Bodentruppen komplett aus dem Gazastreifen ab

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Erstmals seit Ausbruch des Gaza-Kriegs vor einem Monat haben Israel und die militanten Palästinenser eine Waffenruhe eingehalten – zumindest bis gestern Abend. Israel zog noch vor Beginn der von Ägypten vermittelten dreitägigen Feuerpause um 8.00 Uhr Ortszeit (7.00 Uhr MESZ) alle Bodentruppen wieder aus dem Gazastreifen ab. Nächstes Ziel ist jetzt eine längerfristige Vereinbarung. Dazu sollen Delegationen Israels und der Palästinenser indirekte Gespräche in Kairo führen. Nach Medienberichten garantierte Israel ranghohen Repräsentanten der Palästinenser in Gaza eine sichere Reise nach Kairo. Die einen Monat dauernde Offensive Israels hat im Gazastreifen schwere Verwüstungen hinterlassen. Tausende Menschen haben nach UN-Angaben keine Bleibe mehr. Rettungskräfte begannen gestern damit, Leichen aus Trümmerhaufen zu bergen. Nach Beginn der Waffenruhe begaben sich viele Bewohner des Gaza-Streifens zurück in ihre Wohnviertel. „Die Menschen beginnen, die UN-Schutzräume zu verlassen“, sagte der Sprecher des UN-Palästinenserhilfswerks UNRWA, Chris Gunness. Mit 267 970 Flüchtlingen in 90 UN-Schutzräumen sei „zum ersten Mal ein leichter Rückgang der Zahlen“ zu verzeichnen.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu äußerte sich zur Zerstörung von 32 Hamas-Tunneln im Grenzgebiet. „Es gibt keine hundertprozentige Erfolgsgarantie, aber wir haben alles getan, um das bestmögliche Resultat zu erzielen.“ Der palästinensische Außenminister Riad Malki traf sich mit Fatou Bensouda, Chefanklägerin beim internationalen Strafgerichtshof in Den Haag, um Möglichkeiten einer Anklage Israels wegen Kriegsverbrechen im Gaza-Krieg zu erörtern. Er kündigte an, dass Palästina noch in diesem Jahr die Mitgliedschaft beim Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) beantragen werde. Humanitäre Organisationen wollen nun die Versorgung notleidender Palästinenser verbessern. Bei UN-Organisationen hieß es allerdings, sie benötigen dazu wegen der Zerstörungen auch mehr Finanzhilfe. Allein das Welternährungsprogramm der UN gab den zusätzlichen Bedarf für drei Monate mit 48 Millionen Dollar (rund 36 Millionen Euro) an.

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erstellt am 05.Aug.2014 | 15:12 Uhr

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