Medienbericht : Islamisten-Szene in Deutschland: 50 IS-Unterstützer in Wolfsburg

Einige der radikalen Islamisten sollen bereits in Syrien und im Irak gekämpft haben. Auch in NRW gibt es eine Terror-Zelle.

shz.de von
15. Januar 2015, 12:00 Uhr

Wolfsburg/Dinslaken | Die von den Sicherheitsbehörden seit längerem beobachtete Islamistenszene in Wolfsburg umfasst nach Informationen der „Bild“-Zeitung rund 50 Unterstützer der Terrormiliz Islamischer Staat. Einige sollen bereits in Syrien und im Irak gekämpft haben. Eine Bestätigung der Zahl war am Donnerstag bei Innenministerium und Verfassungsschutz in Niedersachsen zunächst nicht zu erhalten.

Im November war in Wolfsburg bereits ein Syrien-Heimkehrer und mutmaßlicher Kämpfer der Terrormiliz verhaftet worden. Über konkrete Anschlagspläne Wolfsburger Islamisten in Deutschland haben die Behörden aber keine Erkenntnisse.

Die Zeitung berichtete auch, in Wolfsburg gebe es die zweitgrößte IS-Unterstützergruppe nach Dinslaken in Nordrhein-Westfalen.

Vier Dschihadisten der Islamistenzelle aus dem niederrheinischen Dinslaken waren nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes bei Gefechten in Syrien gestorben. Die Ermittler wissen bislang von elf nach Syrien ausgereisten Salafisten der Lohberger Szene. Das teilte ein ein Sprecher des Düsseldorfer Innenministeriums mit. Der Dinslakener Stadtteil Lohberg gilt als Hochburg der radikalen Islamisten in Nordrhein-Westfalen.

Am vergangenen Samstag hatte ein Spezialeinsatzkommando in Dinslaken einen Syrien-Rückkehrer festgenommen. Der Generalbundesanwalt wirft dem 24-jährigen Deutschen Mitgliedschaft in der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ vor.

Der Polizeiliche Staatsschutz hatte in Dinslaken-Lohberg im vergangenen Jahr 22 Salafisten identifiziert. Nach Angaben des NRW-Innenministeriums sind Ermittlungsverfahren gegen mindestens acht von ihnen anhängig.

Von den elf nach Syrien ausgereisten seien fünf zurückgekommen, teilte das Innenministerium mit - der am Wochenende Inhaftierte sei einer von ihnen. Die Behörden gehen davon aus, dass sich zwei noch in Syrien befinden. Es gebe auch Hinweise, dass Islamisten aus anderen deutschen Städten - darunter Wuppertal - bei Kämpfen oder Selbstmordattentaten im Ausland gestorben seien.

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