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Kampf gegen Terror-Miliz : IS verliert inoffizielle Hauptstadt Al-Rakka

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In Al-Rakka plante der IS seine verheerenden Anschläge. Nun ist die Herrschaft der Dschihadisten in ihrer heimlichen Hauptstadt zusammengebrochen. Das Ende des selbst ausgerufenen „Kalifats“ naht.

shz.de von
erstellt am 17.Okt.2017 | 13:10 Uhr

Die ehemalige IS-Hochburg Al-Rakka wurde einem kurdisch geführten Bündnis zufolge nach monatelangen Kämpfen von der Herrschaft der Dschihadisten befreit. Die Militäroperation der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) in der ehemals inoffiziellen Hauptstadt der Extremisten sei beendet, sagte ihr Sprecher Talal Silo am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Nun werde nach letzten Widerstandsnestern der Kämpfer des Islamischen Staates (IS) gesucht.

Mit dem Fall Al-Rakkas verliert der IS, der die Stadt 2014 erobert hatte, nach Mossul im Nordirak auch seine wichtigste Hochburg in Syrien. Als heimliche Hauptstadt der Extremisten war der schmucklose Ort am Fluss Euphrat Zentrum der Anschlagsplanung der mächtigsten Terrororganisation der Welt. In Al-Rakka, das einst mehr als 200.000 Einwohner zählte, wurden in den vergangenen Jahren nach Einschätzung westlicher Geheimdienste Angriffe globalen Ausmaßes geplant.

Nachdem sich in den vergangenen Tagen bereits Hunderte syrische IS-Kämpfer ergeben hatten, kämpften zuletzt nur noch einige Dutzend ausländische Dschihadisten im Zentrum der Stadt. Tausende Zivilisten hatten aus der belagerten Stadt fliehen können.

In der Stadt Al-Rakka, die als Hauptstadt des IS in Syrien gilt, stieß ein von Kurden angeführtes Bündnis bis in die Altstadt vor und übernahm dort die Kontrolle.  
In der Stadt Al-Rakka, die als Hauptstadt des IS in Syrien gilt, stieß ein von Kurden angeführtes Bündnis bis in die Altstadt vor und übernahm dort die Kontrolle.   Foto: Morukc Umnaber
 

Nach der Befreiung des nationalen Krankenhauses sowie des bedeutenden Naim-Platzes am Dienstag hielten die Extremisten am Ende nur noch ein Stadion im Zentrum. Dort hatte der Islamische Staat öffentliche Hinrichtungen ausführt. In den kommenden Tagen werden die Kämpfer die teilweise schwer zerstörte Stadt nach letzten Widerstandsnestern und Sprengfallen durchsuchen.

Der IS hatte in den vergangenen Monaten bereits die wichtigsten Teile seines Herrschaftsgebietes in Syrien und im Irak verloren, in dem er einst ein Kalifat ausgerufen hatte. Nachdem die Extremisten an fast allen Fronten zurückgedrängt wurden, bleibt ihnen als Rückzugsort neben größeren Wüstenregionen nur noch das Siedlungsgebiet am Euphrat im Grenzgebiet von Syrien und dem Irak.

Einwohner von Al-Rakka flüchten aus einem Viertel, das noch von der Terrormiliz IS kontrolliert wird.  Mezopotamya Agency
Einwohner von Al-Rakka flüchten aus einem Viertel, das noch von der Terrormiliz IS kontrolliert wird.  Mezopotamya Agency Foto: Mezopotamya Agency
 

Das siegreiche SDF-Bündnis wurde bei der Schlacht um Al-Rakka von Luftangriffen der US-geführten Internationalen Koalition sowie durch Spezialeinheiten am Boden unterstützt. Die Bombardements töteten dabei auch Hunderte Zivilisten. Die humanitäre Situation in der Stadt war in den vergangenen Monaten teilweise desaströs. Hunderttausende Unbeteiligte waren vor den Kämpfen aus der Region geflohen.

Die SDF werden von den kurdischen Volksschutzeinheiten YPG geführt, ihm gehören aber auch arabische Kämpfer an. Im November vergangenen Jahres hatten die SDF die Offensive auf Al-Rakka begonnen. Nachdem die Stadt eingekreist worden war, begann der Sturm auf die IS-Bastion Anfang Juni.

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