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Nach Attentat in Tunis : IS-Terrormiliz bekennt sich zu Anschlag in Tunis

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Neun Verdächtige sind festgenommen worden - vier von ihnen sollen eine direkte Verbindung zu dem Anschlag haben. Das Auswärtige Amt hat Hinweise für Urlauber.

shz.de von
erstellt am 19.Mär.2015 | 15:11 Uhr

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat sich zu dem Terroranschlag in Tunis bekannt. Die Extremisten veröffentlichten dazu am Donnerstag im Internet eine Audio- und Textbotschaft. Darin benannten sie zwei „Ritter“, die den Angriff am Mittwoch ausgeführt hätten. Die Bluttat sei „der erste Tropfen eines Regengewitters“. Tunesische Sicherheitskräfte hätten es nicht vermocht, die Attentäter zu stoppen, „bis ihre Munition alle war“. Auch die Dschihad-Beobachterplattform Site berichtete über die Videobotschaft.

Nach dem blutigen Anschlag auf das Nationalmuseum in Tunis haben Sicherheitskräfte neun Verdächtige festgenommen. Vier von ihnen ständen in einer direkten Verbindung zu der Tat, erklärte das tunesische Präsidialamt am Donnerstag lokalen Medienberichten zufolge. Fünf weitere Verdächtige sollen demnach Kontakt zu ihnen gehabt haben.

Bei dem Angriff waren laut tunesischem Gesundheitsministerium insgesamt 25 Menschen ums Leben gekommen, darunter 20 Urlauber und drei Tunesier. Zwei Angreifer wurden von Sicherheitskräften getötet. 47 Menschen wurden laut dem tunesischen Gesundheitsministerium verletzt. Mit bis zu 3000 Kämpfern stellen Tunesier Schätzungen zufolge die größte Gruppe unter den ausländischen Kämpfern im Irak und in Syrien dar. Sicherheitsexperten warnen, dass vor allem über die Grenze zum östlich gelegenen Bürgerkriegsland Libyen Syrien-Heimkehrer mit Ausbildung der Terrormiliz IS einsickern können.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) versprach Tunesien deutsche Unterstützung. „Wir werden alles tun, was in unserer Kraft steht, um Tunesien zu helfen“, sagte sie am Donnerstag im Bundestag in einer Regierungserklärung zum EU-Gipfel am gleichen Tag.

Das Auswärtige Amt rät Tunesien-Reisenden, die Gebirgsregion nahe der algerischen Grenze im Bereich von El Aaiun bis Kasserine zu meiden. Auch von touristischen Reisen südlich einer imaginären Linie von Touzeur über Douz bis Zarzis wird abgeraten. Im Süden des Landes besteht die Gefahr von Entführungen.

Für den Bereich um das Museum rät das Amt: „Reisenden wird empfohlen, den Bereich um das Museum im Stadtteil Bardo zu meiden, besondere Vorsicht und Wachsamkeit walten zu lassen und die Medienberichterstattung aufmerksam zu verfolgen. Mit verstärkten Polizeikontrollen ist zu rechnen. Die Anweisungen der Sicherheitskräfte sollten unbedingt befolgt werden.“

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